Was tut der Zoo Leipzig für den Artenschutz?

Immer stärker greift der Mensch in die Natur ein. Er zerstört die Lebensräume vieler Tierarten – oder bedroht ihren Fortbestand durch Jagd und Überfischung. Die Sicherung der biologischen Vielfalt ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit.

In fast 80 weltweiten Zuchtprogrammen engagieren wir uns für den Artenschutz. Durch Auswilderungsprojekte mit Beteiligung des Zoo Leipzig sind zum Beispiel Uhu, Steinkauz, Przewalskipferd und Säbelantilope heute wieder in ihren ursprünglichen Lebensräumen zu finden.

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Euros konnten 2020 bereits durch Ihren Artenschutz-Euro in unsere Projekte fließen

Seit dem Jahr 2017 können Besucher des Zoo Leipzig mit jedem Ticketkauf einen freiwilligen Artenschutz-Euro zahlen. Mit diesem Geld werden Schutzprojekte in aller Welt unterstützt. Die wichtigsten davon werden hier kurz vorgestellt.

Amurtiger

Zuchtbücher und ‑programme im Zoo Leipzig

Um den Fortbestand seltener Tierarten zu sichern, arbeiten Zoos über Ländergrenzen hinweg eng zusammen.

In internationalen und regionalen Zuchtbüchern werden weltweit für über 1.000 Tierarten die relevanten Stammdaten erfasst – von tropischen Schneckenarten bis zum asiatischen Elefanten.

Mehr Infos
Zwei Ranger und ein Affe, EPRC Beschlagnahmung auf Rangerstation
EPRC Handaufzucht Kleideraffe
Nationalapark Cuc Phuong, Blick von oben
EPRC-Pfleger mit Weißwangen-Schopfgibbons
EPRC-Veterinärbehandlung
Zwergplumplori auf einer Hand
Zwergplumplori Handaufzucht

Auffangstation für seltene Affenarten in Vietnam

In Vietnam engagieren wir uns für das „Endangered Primate Rescue Center“ (EPRC) im Cuc Phuong Nationalpark. Seit 1993 nimmt das EPRC beschlagnahmte, illegal gehaltene und meist hoch bedrohte Affen auf und bereitet sie auf eine Wiederauswilderung vor. Anfangs hatten Leipziger Tierpfleger aus privater Initiative beim Aufbau geholfen. Seit 2002 unterstützt der Zoo Leipzig das Projekt finanziell und schult seit 2007 einheimische Pfleger vor Ort. Im Jahr 2013 hat der Zoo Leipzig die Station komplett in seine Trägerschaft übernommen.

Mehr unter www.eprc.asia

Cat Ba - Wasser und Felsen
Cat Ba Languren auf Felsen
Cat Ba - Forschungsboot
Cat Ba - Langur im Gebüsch

60 Goldkopflanguren in Vietnam

Seit 2018 unterstützen wir das Projekt Cat Ba Langur Conservation Project (CBLCP) auf der Insel Cat Ba in der Halong-Bucht. Nur noch etwa 60 Goldkopflanguren leben dort verteilt auf mehrere Gruppen. Durch Unterstützung der Nationalpark-Ranger und den Einsatz eigener ‚Langur Guards‘ soll der Schutz der hochbedrohten Art verbessert werden. Das größte Problem ist der starke touristische Entwicklungsdruck auf die Insel, der den Lebensraum der Tiere beeinträchtigt oder schrumpfen lässt. Im Jahr 2019 hat der Zoo Leipzig die Trägerschaft für das CBLCP übernommen.

Mehr unter www.catbalangur.de

WCF - Theaterstück, Fünf Darsteller und mehrere Zuschauer
WCF - Drei Schimpansen mit Jungtier
WCF - Theaterstück, Vier Darsteller und Publikum
WCF - Schimpansen-Jungtier an einem Ast
WCF- Umweltunterricht unter freiem Himmel
WCF - Schimpanse liegend auf einem Felsen

Schimpansenstiftung in Westafrika

Der Zoo Leipzig ist ebenfalls Mitglied (2001) der Stiftung „Wild Chimpanzee Foundation“ (WCF), die er regelmäßig mit Spenden unterstützt. Gründer der WCF ist Prof. Christoph Boesch vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Seit über 30 Jahren erforscht er die Schimpansen des Tai-Nationalparks in der Elfenbeinküste – und will unter den Anwohnern des Parks Verständnis für die Menschenaffen schaffen. Ein Theaterstück über die Folgen der Schimpansenjagd zieht dabei regelmäßig Tausende von Zuschauern an. Die Aufklärungsarbeit zeigt große Wirkung. Nachträgliche Befragungen bestätigen dies.

Mehr unter www.wildchimps.org

Nahaufnahme Nashorn Tam

Schutz des Sumatranashorns auf Borneo (Malaysia)

Seit 2010 engagiert sich der Zoo Leipzig zusammen mit dem Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung Berlin in einer Zuchtstation für die seltenen Sumatranashörner auf Borneo. Leider blieben alle Versuche, die Tiere zu züchten ohne Erfolg.

Mehr Infos

Schutz für Anoas und ihren Lebensraum

Seit 2016 unterstützt der Zoo Leipzig die staatliche Anoa-Auffangstation in Manado auf der indonesischen Insel Sulawesi durch Training und Fachberatung. Um auch für den Lebensraum dieser kleinen Wildbüffel etwas zu tun, wird seit 2018 die Organisation YANI (Yayasan Adudu Nantu Internasional) gefördert, die sich seit 1990 um das über 60.000 ha große Nantu-Waldreservat kümmert. Dies ist einer der letzten naturnahen Tieflandwälder auf der Insel und beherbergt auch viele andere bedrohte Arten. Gefördert werden der Schutz durch Wildhüter, die Erweiterung des Schutzgebiets und die Einbeziehung der Bevölkerung in diese Arbeit.

Mehr unter www.nantuforest.org

Nasenfrosch auf einem Blatt
Nasenfrosch auf einer Münze - Größenvergleich
Lebensraum Nasenfrosch - Chile, Blick auf Berge und Wälder
Nasenfrosch auf Waldboden
Zuchtgehege Nasenfrosch

Ein Zuchtprojekt für Nasenfrösche in Chile

Auch kleine Tierarten brauchen großen Einsatz, wenn sie vom Aussterben bedroht sind: Vom wenige Zentimeter großen Nasenfrosch gibt es in seiner Heimat Südamerika nur zwei bekannte Arten. Die eine gilt als verschollen, die andere als hochgradig gefährdet. Seit 2005 unterstützt der Zoo Leipzig daher ein Projekt zur Erforschung von Nasenfröschen – und betreibt seit 2009 eine Zucht- und Forschungsstation an der Universität von Concepcion (Chile). Zudem hilft der Zoo Leipzig seit 2017 bei der Umsetzung einer nationalen Schutzstrategie in Chile.

Bestandserhebung großer Raubtiere in Äthiopien

Als Vorbereitung für ein neues Projekt zum Schutz großer Raubtiere lässt der Zoo Leipzig mit Hilfe von Experten der Universität Oxford (Wild Conservation Research Unit) eine Bestandserhebung in ganz Äthiopien durchführen. Dies wurde von Fachleuten schon lange geplant, konnte aber aufgrund fehlender Mittel bislang nicht durchgeführt werden.

Durch Zusammenfassung aller vorliegenden Studien und Erhebung eigener Daten, z.B. durch Spurensuche und Fotofallen, sollen die Bestandszahlen für Löwen, Geparde, Leoparden, Wildhunde, Tüpfel- und Streifenhyänen ermittelt werden. Darauf aufbauend kann der Zoo dann besser entscheiden, wo ein neues Artenschutzprojekt gestartet werden kann. Die Daten werden auch allen Institutionen im Land zur Verfügung gestellt.

Przewalskipferde, drei stehend und zwei liegend
Europäischer Uhu auf einem Ast
Europäische Wildkatze schlafend im Gras
Zwei Säbelantilopen grasend
Mehrere junge Steinkäuze in den Händen

Auswilderung bedrohter Tierarten

Verglichen mit der Anzahl bedrohter Tierarten gibt es relativ wenige erfolgreiche Auswilderungsprojekte. Da sie über viele Jahre wissenschaftlich begleitet werden müssen, sind sie sehr aufwendig und teuer.

Der Zoo Leipzig hilft bei dieser Arbeit seit Jahrzehnten, indem er den Genpool seiner Arten vielfältig hält und überzählige Tiere zur Auswilderung bereitstellt. So konnten aus Leipzig schon Tiere der Arten Europäische Wildkatze, Steinkauz, Europäischer Uhu, Säbelantilope, Przewalskipferd und Weißstorch in Auswilderungsprojekte abgegeben werden.