25 Jahre Pongoland - ein außergewöhnlicher Ort
In der weltweit einzigartigen Menschenaffenanlage Pongoland leben die vier faszinierenden und zugleich stark bedrohten Menschenaffenarten unter einem Dach: Flachlandgorillas, Bonobos, Westafrikanische Schimpansen und Orang-Utans. Seit der Eröffnung im Jahr 2001 gilt die Anlage als besonderer Ort, an dem moderne Tierhaltung, wissenschaftliche Forschung und besondere Begegnungen zwischen Mensch und Tier zusammenkommen. Aktuell leben hier 49 Primaten in fünf sozialen Gruppen.
- Daniel, wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Forschern des Max-Planck-Institutes und den Pflegern von Pongoland?
- Wie viele Tierpfleger arbeiten in Pongoland und wie sind sie auf die Gruppen aufgeteilt?
- Wie engagiert arbeiten die Affen bei der Forschung mit und gibt es Unterschiede zwischen den Arten?
- Wie muss man sich einen Arbeitstag in Pongoland vorstellen?
- Welche Beziehung habt ihr zu den Affen?
- Der regelmäßige Nachwuchs bei allen Menschenaffen in den letzten Jahren ist eine Erfolgsgeschichte. Wie viele Jungtier konntest Du bislang aufwachsen sehen und ist Dir ein Jungtier besonders in Erinnerung geblieben?
- Gibt es Charaktertiere in den Gruppen?
- Wie unterscheiden sich die vier Menschenaffenarten?
Pongoland in Ton und Bild
Die Einzigartigkeit der Anlage und seiner Bewohner haben wir bereits in vielen Formaten gezeigt. Sehen und hören Sie hier eine Auswahl.
Bereits 4 Folgen vom Elefant, Tiger & Co. Podcast sind in Pongoland entstanden. Hören Sie selbst:
25 Jahre Menschenaffenforschung am MPI
Seit seiner Eröffnung am 1. April 2001 steht das Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum (WKPRC) des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) im Zoo Leipzig für Spitzenforschung dazu, was menschliches Denken ausmacht und was wir mit unseren nächsten lebenden Verwandten teilen. Es ist weltweit die einzige Einrichtung, in der kontinuierliche Verhaltens- und Kognitionsforschung mit allen vier Menschenaffenarten an einem Standort möglich ist: Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans.
Im WKPRC (auch „Pongoland” genannt) leben rund 50 Menschenaffen in fünf Innen- und fünf Außenanlagen sowie zusätzlichen Forschungs- und Schlafbereichen. Die naturnahen, modernen Haltungsbedingungen und die unmittelbare Nähe von Tierpflege und Forschung schaffen eine besondere Ausgangslage: Forschende können die Arten unter vergleichbaren Bedingungen untersuchen und so kognitive Unterschiede und Gemeinsamkeiten belastbar herausarbeiten.
Studien aus Leipzig zeigen beispielsweise, dass Menschenaffen erstaunliche geistige Leistungen erbringen. So können Bonobos und Orang-Utans Werkzeuge für zukünftige Situationen auswählen und gezielt aufbewahren. Schimpansen wiederum demonstrieren ausgeprägte soziale Intelligenz und berücksichtigen in Wettbewerbssituationen, was andere sehen oder wissen können. Gleichzeitig wurde auch das spontane Auftreten uneigennütziger Hilfe dokumentiert, sowie einsichtiges Problemlösen, etwa wenn Schimpansen Wasser als Werkzeug nutzen, um eine Erdnuss in einer Röhre anzuheben.
Für den Erfolg ist der konsequent nicht-invasive und ethisch klare Ansatz zentral: Die Teilnahme an den Aufgaben ist für die Tiere freiwillig. Zum Einsatz kommen moderne Methoden wie zum Beispiel Remote-Eye-Tracking, Touchscreen-Aufgaben und Desktop-Virtual-Reality-Umgebungen. Zoobesucherinnen und -besucher können die Menschenaffen in den Anlagen beobachten und sie teilweise auch bei Forschungsaufgaben in angrenzenden Studienräumen erleben.
„Das Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum ist einzigartig, weil wir hier an einem Standort kontinuierlich mit allen vier Menschenaffenarten forschen können“, sagt Daniel Haun, Direktor der Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie am MPI-EVA. „Dass wir Forschung, Tierwohl und Transparenz für die Besucherinnen und Besucher so eng miteinander verbinden können, beruht ganz wesentlich auf der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig.“
Das WKPRC trägt durch internationale Kooperationen, wie das 2019 gegründete Netzwerk ManyPrimates, zur Robustheit der Ergebnisse bei – nicht nur in Leipzig, sondern weltweit. Das Netzwerk bündelt Daten, um große Fragen der kognitiven Evolution statistisch belastbar zu beantworten. Nach 25 Jahren steht fest: Pongoland ist nicht nur ein Zuhause für Menschenaffen, sondern auch ein Schlüsselort der Forschung zur Evolution des Denkens.
Auf den Punkt gebracht:
Weltweit einzigartig: kontinuierliche Forschung mit Schimpansen, Bonobos, Orang-Utans und Gorillas an einem Ort.
Bewohner: rund 50 Menschenaffen leben im WKPRC in fünf Innen- und fünf Außenanlagen sowie zusätzlichen Forschungs- und Schlafbereichen.
Nicht-invasive Methoden: dazu gehören Remote-Eye-Tracking, Touchscreen-Aufgaben und Desktop-Virtual-Reality-Umgebungen.
- 25 Jahre Pongoland – moderne Tierhaltung, spannende Besucherperspektiven und beste Forschungsbedingungen: ist aus der Vision Wirklichkeit geworden?
- Was zeichnet die Arbeit in Pongoland für die Forscher des Max-Planck-Instituts aus?
- Welche Erkenntnisse internationaler Relevanz stammen direkt aus Pongoland?
- Wie schätzen Sie die Bedeutung der Zusammenarbeit moderner Zoos und Forschung ein?
- Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht unsere gemeinsame Arbeit für die Forschung und den Erhalt der Menschenaffen?
















