Aufgehorcht!

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Audiodatei Parasaurolophus

Charakterkopf

Parasaurolophus war ein Pflanzenfresser aus der Zeit der Oberkreide (76,4 bis 72 Mio. Jahre) und lebte in Gebieten des heutigen Nordamerika. Seine Länge wird auf bis zu 10 m und
sein Körpergewicht auf über 3 t geschätzt. Parasaurolophus konnte sich vierbeinig und auch zweibeinig fortbewegen. Das charakteristische Merkmal ist der Schädel mit dem
langen Knochenzapfen. Er ragte von der Nase ausgehend nach hinten über den Kopf hinaus und war röhrenartig hohl. Die Röhren verliefen von den Nasenlöchern aus in einer
langen Kurve und mündeten im Schädel.

Zeigt her eure Zähne!

Im vorderen Bereich war das Maul entenartig abgeflacht und zahnlos. Im hinteren Kieferbereich lagen Kauleisten mit mehreren hundert, kompakt angeordneten schmalen Zähnen. Sie bildeten Kauflächen und ermöglichten mahlende Kaubewegungen. Abgenutzte Zähne wurden fortwährend durch nachschiebende neue Zähne ersetzt. Die Gebisse heutiger großer Pflanzenfresser mit ihrem einmaligen Zahnwechsel sind zwar im Detail ganz anders aufgebaut, das zugrundeliegende Prinzip ist jedoch ähnlich. Nahrung wird aufgenommen und vor dem Schlucken, wie mit einem Mahlwerk, zerkleinert. Die Verdauung erfolgt mit Hilfe von Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt.

Wozu ein Horn dienen kann

Es gibt viele Thesen, welche Funktion das Horn gehabt haben kann. Sicher ist, dass es nicht dazu diente, Fressfeinde abzuwehren, weil es dafür zu leicht gebaut war. Es könnte
einerseits dabei geholfen haben, die Körpertemperatur zu regulieren. Andererseits könnte es aber durchaus auch dem Erkennen von Artgenossen und möglichen Geschlechtspartnern gedient haben. Interessant sind Studien, denen zufolge die kammartigen Gebilde Resonanzkörper gewesen sein sollen. Die Tiere wären mit ihrer Hilfe in der Lage gewesen, untereinander mit tiefen Tönen, relativ laut oder sogar im Infraschallbereich zu kommunizieren. Für diese Theorie spricht auch, dass typische, für das Hören wichtige Bereiche des Gehirns vergleichsweise groß ausgebildet waren. Nachweislich nutzen heute u. a. auch Elefanten und Giraffen Infraschall zur Kommunikation.

Schon gewusst?

Bei einigen der über 60 Arten von farbenprächtigen Hornvögeln dienen die teilweise mächtigen „Hornaufsätze“ auf den riesigen Schnäbeln als Resonanzverstärker.


In Kooperation mit

Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

Bildnachweise – Runzelhornvogel: Cl4ss1cr0ck3R from Glasgow, United Kingdom; Parasaurolophus walkeri.: Prof. W. A. Parks; istockphoto.com: e71lena