Aufgehorcht!

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Audiodatei Maiasaura

Entenartiger Schnabel

Maiasaura lebten in der oberen Kreidezeit vor 80,6 bis 72 Mio. Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass sie mit einer Körpermasse von zwei bis drei Tonnen etwa 7 m Körperlänge
erreichten. Maiasaura sind Vertreter der Entenschnabeldinosaurier. Typisch war deren lange und abgeflachte Mundpartie, die dem Schnabel einer Ente ähnelte. Die Dinosaurier
hatten allerdings bis zu 2000 kleine Zähne, mit denen sie Pflanzenteile abrupfen und zerkleinern konnten.

Geschickte Nestbauer

Es wurden mehrere, dicht beieinander liegende Nester mit Eiern, Embryonen und Jungtieren gefunden. Dies lässt den Schluss zu, dass die Tiere ihre Jungen in einer Brutkolonie
aufzogen und Herden von über 1.000 Tieren bildeten. Sie hatten Raubsauriern, die als Fressfeinde auftraten, keine besonderen körperlichen Abwehrmerkmale entgegenzusetzen.
Das Zusammenleben in einer Herde stellt jedoch bereits einen Überlebensvorteil dar. Heutzutage lässt sich dies an großen Huftierherden in der afrikanischen Savanne belegen oder auch an Brutkolonien vieler Vogelarten wie Pinguinen oder Flamingos.

Die Erdnester von Maiasaura hatten einen Durchmesser von etwa 2 m und enthielten bis zu 20 Eier. Die Jungtiere waren Nesthocker und wurden von ihren Elterntieren versorgt,
bis sie selbstständig zur Nahrungssuche in der Lage waren. Daraus wurde auch der Name abgeleitet: Maiasaura „Gute-Mutter-Echse“. Maiasaura konnten nicht wie die Vögel
brüten. Dazu waren sie deutlich zu schwer. Nachgewiesen wurde, dass die in den sogenannten Egg Mountain in Montana gefundenen Nester mit Erde und Pflanzenresten be-
deckt waren. Daher wird davon ausgegangen, dass die Eier, ähnlich wie in einem Misthaufen, durch Gärungswärme ausgebrütet wurden, die bei der mikrobiellen Zersetzung
von Pflanzen entsteht.

Brutpflege

Bei vielen, heute lebenden Tierarten kümmern sich Elterntiere intensiv um ihre Nachkommen. Sie zeigen ausgeprägtes Brutpflege- und Fürsorgeverhalten. Das gilt beispielsweise für Flamingos. Im Zoo Leipzig lassen sich Chileflamingos in der Flamingolagune und Zwergflamingos in der Kiwara-Savanne beobachten. Flamingos brüten gemeinsam in großen Kolonien. Sie bauen etwa 40 cm hohe, kegelförmige Schlammnester mit einer Nistmulde. Dort hinein legt das Weibchen ein einzelnes Ei. Der turmartige Nestbau sorgt dafür, dass nichts überschwemmt wird, wenn der Wasserspiegel des Gewässers einer Brutkolonie steigen sollte. Männchen und Weibchen teilen sich das Brutgeschäft und versorgen das Jungtier bis es selbständig wird.

Schon gewusst?

Im Vergleich zu anderen Dinosauriern, von denen nur einzelne Fossilien bekannt sind, gibt es von Maiasaura viele Fossilien in verschiedenen Altersklassen. Beim Vergleich ihrer Knochen konnte berechnet werden, dass 50 cm kleine Maiaraura innerhalb von nur 8 Jahren ihre volle Größe von 7 m erreichten.


In Kooperation mit

Bildnachweise – Maiasaura Nest Model – Natural History Museum of London; istockphoto.com: e71lena

Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften