Elefantenkuh Kewa befindet sich bereits seit mehreren Monaten unter veterinärmedizinischer Beobachtung, nachdem in der Videoüberwachung nächtliches Schmerzverhalten festgestellt wurde. Die hinzugezogenen Experten vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung stellten im Frühjahr bei der Ultraschalluntersuchung im bildgebenden Verfahren fest, dass sich ein entwickeltes, aber abgestorbenes Kalb im Uterus befindet. Damit hatte Kewa nicht nur die vor knapp drei Jahren geborene Zaya, sondern noch einen Zwilling, der nicht zur Welt kam, im Bauch. Zwillingsträchtigkeiten und -Geburten sind sehr selten und zeigen in den allermeisten Fällen kritische Verläufe für Mutter und/oder Jungtiere, wie der Zoo Leipzig bereits beim Verlust von Thura im Jahr 2019 schmerzlich selbst erleben musste.
Bis dato hatte Kewa keine Anzeichen und keine Beeinträchtigungen gezeigt, die darauf schließen ließen, dass es bei der Geburt im Jahr 2023 Komplikationen gegeben haben könnte. Auf Basis des geänderten nächtlichen Verhaltens sowie der Untersuchungsergebnisse wird Kewa in Zusammenarbeit mit dem IZW medikamentös behandelt und die Diagnostik fortgesetzt. Für ihre Tochter Zaya, die bisher begleitend zur festen Futteraufnahme noch bei ihrer Mutter trinkt, gibt es bis auf Weiteres keine Einschränkungen, so dass ihre Entwicklung gegenwärtig nicht negativ beeinflusst wird.
Über den Verlauf und den Behandlungsfortschritt bei Kewa kann gegenwärtig keine Prognose gestellt werden. Ein Kaiserschnitt zum Entfernen des Kalbs ist aufgrund physiologischer Besonderheiten bei Elefanten nicht möglich. Deshalb wird Kewa gegenwärtig medikamentös unterstützt, um ihr Entlastung zu verschaffen und gegebenenfalls den Abgang des Kalbes auszulösen. „Als Herdenchefin zeigt Kewa tagsüber normales Verhalten, um die Herde nicht zu verunsichern. Wir versuchen sie bestmöglich zu unterstützen, können aber den weiteren Verlauf nicht vorhersehen“, fasst Zoodirektor Prof. Jörg Junhold die aktuelle Situation zusammen.
