Die zum Amtsantritt im Jahr 1997 von Prof. Jörg Junhold formulierte Vision für den „Zoo der Zukunft“, in dem artgemäße und naturnahe Haltung in perfekter Art und Weise miteinander vereint und täglich aufs Neue gelebt werden, kann sich nach wie vor an der Realität messen lassen: Unter seiner Ägide hat sich der Zoo Leipzig zu einem der modernsten Tiergärten der Welt entwickelt. Der hohe Anspruch einer modernen Tierhaltung wurde mit dem Masterplan „Zoo der Zukunft“ klar ausgearbeitet und seit dem Jahr 2000 umgesetzt. Die drei Kernaufgaben Bildung und Erziehung, Forschung und Artenschutz bilden die Grundlagen für das gegenwärtige und zukünftige Handeln.

Als Prof. Dr. Jörg Junhold die Funktion des Zoodirektors übernahm, waren zahlreiche Anlagen veraltet und die Besucherresonanz unbefriedigend. Konnte der Zoo in der Vorwendezeit jährlich noch über eine Millionen Besucher verzeichnen, kamen Mitte der 1990er Jahre nur noch rund 600.000 Gäste. Dem einstigen „Lieblingskind“ der Leipziger drohte die Bedeutungslosigkeit. Eine marode Bausubstanz, wenige attraktive Anziehungspunkte und eine überholte Tierhaltung kennzeichneten den Zoo. „Es war mir bewußt, ohne ein innovatives Zukunftskonzept in Verbindung mit umfangreichen Investitionen würde einer der artenreichsten und ältesten Zoos dem Wandel der Zeit nicht standhalten können. Wir mussten ein neues Kapitel in der traditionsreichen Geschichte des Zoos aufschlagen und den Zoo Leipzig zurück an die Spitze mit internationalem Renommee führen. Ich wusste, dass diese Aufgabe nur mit einer konsequenten Umsetzung eines Modernisierungskonzeptes zu schaffen sei. Die geschlossene Partnerschaft mit dem Max-Planck- Institut zu Beginn meiner Amtszeit war für uns ein absoluter Glücksumstand und die damit einhergehende Eröffnung der einzigartigen Menschenaffenanlage Pongoland ein großer Erfolg. Sie stellte die Weichen für unseren weiteren Weg“, resümiert Zoodirektor Prof. Junhold.

Ohne Unterlass befand sich der Zoo Leipzig der „Natur auf der Spur“. Ausgediente und nicht mehr den modernen Haltungsansprüchen genügende Anlagen wichen zusehends modernen Neuanlagen. „Es erfüllt mich mit großer Genugtuung zu sehen, wie neue Anlagenkonzepte funktionieren und die Tiere sich sichtbar wohlfühlen. Die afrikanische Kiwara-Savanne ist dafür ein gutes Beispiel. Mehrere Huftierarten leben in friedlicher Koexistenz miteinander – ganz wie in Afrika und für unsere Besucher ein besonderes Erlebnis“, so Junhold.

Trotz der Fortschritte in den letzten zwei Jahrzehnten besteht weiterhin Handlungsbedarf, den Modernisierungsprozess konsequent weiterzuführen. „In den nächsten Jahren legen wir unseren Fokus auf die Fertigstellung der Erlebniswelt Südamerika mit Feuerland, der Modernisierung des Aquariums und Terrariums und die Umsetzung unserer Idee von den Asiatischen Inselwelten“ fasst Zoodirektor Prof. Jörg Junhold die nächsten Herausforderungen zusammen.