Zwillingsnachwuchs in Gondwanaland: Das vier Jahre alte Zwergplumplori-Weibchen (Sue) hat Anfang Februar zum ersten Mal für Nachwuchs gesorgt. „Momentan kümmert sich Sue um zwei Jungtiere, die bereits recht lebhaft sind und zumindest dem äußeren Anschein nach einen gesunden Eindruck machen. Ob beide Jungtiere ausreichend versorgt werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Es ist eine Erstaufzucht für das Weibchen, und oftmals überlebt nur ein Junges. Wir sind aber zuversichtlich und freuen uns sehr über diesen Zuchterfolg“, erläutert Seniorkurator Ariel Jacken und ergänzt, dass in den letzten 12 Monaten inklusive der Leipziger Jungtiere insgesamt nur sechs Jungtiere in europäischen Zoos geboren wurden.

Sue kam im Jahr 2019 nach Leipzig, um zusammen mit dem Zwergplumplori-Mann Bero (3 Jahre, seit 2018 in Leipzig) die bis dato erfolgreiche Zucht dieser bedrohten Affenart fortzuführen. Erst kürzlich hat die Weltnaturschutzunion IUCN die in Südostasien beheimateten Zwergplumploris (Nycticebus pygmaeus) auf der Roten Liste von „gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochgestuft.

Die IUCN überprüft regelmäßig den Gefährdungsstatus der auf der Roten Liste geführten über 90.000 Tierarten. Die Hochstufung dieser kleinen Primaten ist vor allem in der massiven Schrumpfung der Population um etwa 50 Prozent in den letzten Jahren begründet. Zudem gehen Experten davon aus, dass die Zahlen weiter sinken werden, was in erster Linie auf die schonungslose Jagd der Tiere für den Heimtierhandel, für Nahrungszwecke und für medizinische Zwecke zurückzuführen ist. Überdies nimmt der Druck auf den Lebensraum der Tiere infolge von Besiedlung und Landwirtschaft immer stärker zu.