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Über die Schulter geschaut...

Ein Interview mit Kurator Ruben Holland zur Flamingolagune

Sie waren das Empfangskomitee für alle Besucher: Die Chile- und Kubaflamingos. Seit 1955 lebten die rosa Vögel in der Lagune direkt hinter dem Zooeingang. Mit der Eröffnung des neuen Ausgangs und der angeschlossenen Flamingolagune haben die Chilenen nun ein neues Domizil bezogen. Kurator Ruben Holland erzählt heute von den Besonderheiten der Anlage, den Eigenheiten der Chileflamingos und Zukunftsplänen.

Was macht die neue Flamingolagune so besonders?

Die größte Besonderheit der neuen Lagune ist die übernetze Voliere. Unsere rund 1.500 Quadratmeter große Außenanlage ist in zehn Metern Höhe von einem Netz überspannt. So etwas haben bisher nur wenige Zoos. Eine übernetzte Anlage ist zukunftsweisend, auch weil man in Zoos und Tiergärten immer mehr dazu übergeht, Vögel nicht mehr zu kupieren oder deren Federn nicht mehr zu beschneiden. Auch auf der neuen Anlage können die Tiere über Nacht draußen bleiben. Um sie vor Raubtieren zu schützen, wurden Fundamente gesetzt und die Anlage an den Seiten mit einer Elektrosicherung versehen. Im rückwärtigen Bereich haben die Flamingos mehr Platz als zuvor und es ist für ausreichend Lichteinfall auch in den Wintermonaten gesorgt. 90 Prozent der Stellfläche innen sind unter Wasser, sodass die Tiere immer feucht stehen können, was sie brauchen, um sich wohl zu fühlen.

Warum hält der Zoo Leipzig in der neuen Anlage nur Chileflamingos?

Bei der Planung der Anlage haben wir uns erneut intensiv mit dem Bedrohungsstatus von Flamingos beschäftigt. Zu den gefährdetsten Arten zählen die Anden- und Jamesflamingos. Beide werden in Europa kaum gehalten, ein Import wäre zu kompliziert und anstrengend für diese Tiere. Die Chileflamingos sind ebenfalls eine bedrohte Art und da wir schon Erfahrung mit ihnen haben, fiel die Entscheidung auf die Chilenen. Die Kubaflamingos sind glücklicherweise im natürlichen Lebensraum noch stark vertreten, sodass wir unsere Zuchtbemühungen auf die Art konzentrieren möchten, die bereits auf der Roten Liste steht.

Was muss man über das Brutverhalten der Flamingos wissen?

Die Zucht von Flamingos ist nicht einfach. Die Tiere sind äußerst sensibel und reagieren stark auf Umwelteinflüsse. Hinzu kommt, dass Chileflamingos erst recht spät im Jahr brüten, wenn das Wetter in unseren Breiten schon schlechter ist. Außerdem fühlen sich die Tiere in großen Gruppen erst richtig wohl. All diese Fakten haben wir in die Planung einfließen lassen. Die Chileflamingos bekommen eine großzügigere Brutinsel, wo sie sich zurückziehen und sicher fühlen können. Die Futterinsel haben wir separat angelegt, damit die Tiere bei der Brut nicht gestört werden. Uns ist bewusst, dass sich alles erst einspielen muss. Aber wir haben uns vorgenommen, Vorreiter in der Flamingohaltung zu sein und dem Besucher auch an der neuen Anlage Wissenswertes zum Thema Artenschutz zu vermitteln.

Leben noch andere Tierarten auf der Lagune?

Neben den Chileflamingos halten wir Enten, Sichler und Löffler auf der Anlage. Sie kommen ebenfalls in Südamerika vor und leben dort in Sumpf- und Seengebieten. Im Stall werden sie separat von den Flamingos gehalten.

Was müssen Zoologen bei der Planung neuer Anlagen wie der Flamingolagune beachten?

Zuerst überlegen wir, welche Tiere wir auf einer Anlage halten möchten. Ist die Entscheidung gefallen, beschäftigen wir uns mit den entsprechenden Haltungsbedingungen, Vorschriften und den individuellen Bedürfnissen der Tiere, an die wir die Anlage anpassen. Im konkreten Fall mussten wir beispielsweise eine entsprechend große Wasserfläche schaffen.

Holt man sich auch Tipps von anderen Zoos und Tierparks?

Natürlich. Für die meisten Tierarten gibt es diverse Paper, die wir erst einmal als Recherchegrundlage benutzen. Und dann stehen wir in regem Austausch mit Kollegen, die uns ihre Erfahrungen mit auf den Weg geben. Während der Planungsphase unserer Flamingolagune habe ich mir zum Beispiel die Anlagen von Rheine und Basel angesehen. Basel hat sehr viel Erfahrung in der Haltung von Flamingos und auch schon Einiges an Forschungsarbeit zu diesen Tieren geleistet. Am Ende trägt man sein Wissen und seine Eindrücke zusammen und entscheidet im Team, welche Lösung für das eigene Projekt am besten ist.

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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