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Über die Schulter geschaut...

Ein Interview mit Gondwanaland-Gärtner Christian Matthias Ludwig

Christian Matthias Ludwig ist stellvertretender Bereichsleiter von Gondwanaland und für sämtliche Pflanzen in der Tropenerlebniswelt zuständig. Heute erzählt der Herr über den Leipziger Regenwald, wie er zu der Stelle im Zoo Leipzig gekommen ist, was seine täglichen Aufgaben sind und warum es so eine große Herausforderung ist, dass der Leberwurstbaum jemals Früchte trägt.

Wie wird man Gärtner in Gondwanaland?

Nach meiner Ausbildung in der Stadtgärtnerei Leipzig und Weiterbildung zum Techniker für Produktionsgartenbau war ich als Gärtner in verschiedenen Bereichen des Gartenbaus tätog, zuletzt als Innenraumbegrüner. Als im Zuge der Entstehung von Gondwanaland ein Gärtner gesucht wurde, habe ich mich ganz klassisch darauf beworben. Ich hatte zwar zuvor keinen beruflichen Bezug zu Zootieren, aber wenn man in der Pflanzenwelt zu Hause ist, spielen Tiere automatisch eine Rolle – auch wenn es eher die Kleinsttiere sind.

Wie muss man sich Ihre Aufgaben und den Tagesablauf vorstellen?

Meine Aufgaben in Gondwanaland sind sehr vielseitig, deshalb gibt es auch keinen strikten Ablauf. Ich versuche, jeden Morgen einmal einen Rundgang durch die Halle zu machen. Da fallen mir selbst kleine Unregelmäßigkeiten sofort auf. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Entwicklung der Pflanzen zu kontrollieren. Dazu gehören zum Beispiel das Düngen, die Steuerung unseres Bewässerungssystems und die enge Abstimmung mit unserer technischen Abteilung. Außerdem untersuche ich den Bedrohungsstatus der Pflanzen durch Schadorganismen wie Blattläuse, begutachte die Schädlinge und setze Nützlinge wie Marienkäfer als Gegenspieler ein. Da es in Gondwanaland ca. 21.000 Pflanzen gibt und ich die kaum alleine versorgen kann, arbeiten wir mit der Firma Galabau Schilling zusammen. Das ist ein Team von Landschaftsgärtner, das sich jeden Tag um unsere Großstadtdschungel kümmert.

Was sind die gärtnerischen Herausforderungen in Gondwanaland?

Die Herausforderung ist ganz klar, dass wir in Gondwanaland einen künstlich angelegten Regenwald halten, der sich unter natürlichen Gegebenheiten in unseren Breiten nicht entwickeln würde. Deshalb steht die Entwicklung der Vegetation in Gondwanaland unter strenger Kontrolle – Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt und Wuchsrichtung müssen permanent kontrolliert und gesteuert werden. In der freien Natur würden dominante Pflanzen andere Gewächse verdrängen. Wir möchten dem Besucher aber die ganze Vielfalt tropischer Pflanzen zeigen. Deshalb leben in Gondwanaland auch Pflanzen nebeneinander, die sich normalerweise nicht in Nachbarschaft befinden würden. Eine weitere Herausforderung besteht in der Größe der Halle.

Wie hat sich die Pflanzenwelt in Gondwanaland seit der Eröffnung 2011 entwickelt?

Gondwanaland hat sich seit 2011 sehr gut entwickelt. Die Bepflanzung der Halle wurde ursprünglich von der projektverantwortlichen Bauabteilung und Landschaftsarchitekten geplant. Die hatten natürlich eher die Gestaltung im Blick, also die Frage: Wie ist es besonders schön fürs Auge. So gab es einige Pflanzenordnungen, die aus Gärtnersicht auf Dauer eigentlich nicht funktionieren konnten – zum Beispiel standen an einigen Stellen Pflanzen, die viel Wasser benötigen, neben solchen, die es lieber trocken mögen. Außerdem ist so eine Tropenhalle auch immer ein Kompromiss zwischen der Pflanzenwelt und der Tiere, die in ihr leben. Aber nach nunmehr fast drei Jahren hat sich alles hervorragend eingespielt, wächst und gedeiht und so müssen wir auch mit der Gartenschere Hand anlegen, damit uns nicht alles zuwächst.

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders Spaß?

In Summe machen mir alle Aufgaben Spaß, weil sie sehr abwechslungsreich sind. Als stellvertretender Bereichsleiter von Gondwanaland übernehme ich gelegentlich auch Aufgaben der Tierpflege, zum Beispiel in unserem Vulkanstollen bei den nachtaktiven Tieren oder auch in der rückwärtigen Tierhaltung. Das ist für mich eine schöne Abwechslung zu der Arbeit mit den Pflanzen.

Welche Pflanzen haben es Ihnen besonders angetan?

Das ändert sich je nachdem, welchen Wachstumsstatus eine Pflanze gerade hat, ob sie blüht oder wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Viele Besucher suchen oft vergeblich nach den berühmt berüchtigten Leberwürsten am Leberwurstbaum – wie kommt das?

Am Leberwurstbaum in Gondwanaland haben bisher nur einmal Leberwürste gehangen, und das war am 1. April 2012. Aber mal im Ernst: Bislang hat der Baum noch nicht geblüht. Und solange er keine Blüten trägt, können auch keine Früchte heranreifen. Sollte er einmal Blüten tragen, müssten wir die Bestäubung künstlich herbeiführen. Denn der in Afrika beheimatete Leberwurstbaum wird in der Nacht von Fledertieren bestäubt. Da wir in Gondwanaland aber keine Fledermäuse halten, müssten wir in einer Nachtschicht mit einem Pinsel den Blütenstaub auf den Stempel übertragen. Dieses Szenario scheint aktuell noch in weiter Ferne. Dafür wachsen andere Früchte wie Bananen, Papayas, Wasseräpfel und Rosenäpfel umso besser.

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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