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Lama Horst: Das Paradox mit dem Namen

Liebe Leser,

es gibt nicht mehr vieles, was mich sprachlos macht, doch als ich zum ersten Mal den Namen Gehörnte Puffotter hörte, schaute ich etwas verblüfft drein und konnte mir ein hämisches Lächeln nicht verkneifen. Wer lässt sich solch einen Namen einfallen! Im ersten Moment war mir nicht klar, um welches Geschöpf es sich handelte. Die Namensfindung obliegt ja den Taxonomen, und wenn ich mich recht entsinne, steht die Bezeichnung oftmals mit dem Entdecker, dem Fundort oder dem Beschreibenden selbst im Zusammenhang. Da ich mir aber nur schwer vorstellen konnte, dass ein Taxonom „Herr Puffotter“ heißt und dazu noch gehörnt ist, musste die Ursache woanders liegen. Also hieß es für mich die Sherlock-Holmes-Kappe aufsetzen und auf die Suche gehen. Nach unzähligen Hufmetern kam ich ins Aquarium und Terrarium, meine letzte Hoffnung. Eigentlich hätte ich es mir denken können, dass Tiere mit derartigen Namensauffälligkeiten nur dort zu finden sind. Bis ich aber fündig wurde, glotzte mich permanent, quasi aus dem  Beckenhinterhalt, ein Fisch an, der mir unbekannt war. Gut, nun kann ich mir durchaus vorstellen, dass meine majestätische Erscheinung sehenswert ist, aber ich hatte eher den Eindruck, dass er genauso dreinschaute wie ich, als ich von dieser Puffotter hörte. Wie sich dann herausstellte, war der Name Programm: Glotzaugenbarsch. Auch keine glorreiche Wahl, aber hier ist wenigstens sofort ersichtlich, welches Tier sich dahinter verbirgt – ein Fisch. Wenn Sie also schon lange das Gefühl hatten, nicht mehr so richtig wahrgenommen worden zu sein, von Ihrem Mann oder von Ihrer Frau, dann kann ich Ihnen nur den Weg zum Becken 1.65 empfehlen, da werden Sie so richtig angeglotzt. Nun aber wieder zurück zu der Gehörnten Puffotter, die eine Schlange ist und leider hinter den Kulissen des Terrariums lebt. Noch! Ich habe nämlich meinen ganzen Mut zusammengenommen und beim zuständigen Kurator vehement protestiert. Erst wird man neugierig gemacht, freut sich schon, dem geneigten Leser Neues präsentieren zu können, und dann heißt es auf einmal, die Schlange sei zu klein für die Schau, für das menschliche Auge. Fassungslosigkeit machte sich bei mir breit. Und Sie fragen sich jetzt bestimmt zu recht, warum ich dennoch von dieser Schlange erzähle. Zugegeben, ich bin nach wie vor begeistert von diesem Namen. Und ich möchte sie Ihnen dennoch näher bringen: Es handelt sich um eine Wüsten-Giftschlange, die sich in Afrika durch die Wüsten schlängelt und bis zu 35 cm groß wird. Ihre Zeichnung weist Rücken- und Seitenflecken auf, und die Färbung variiert je nach Verbreitungsgebiet zwischen Orange, Braun und Beige. Über ihren Augen befinden sich zwei kleine Hörner, die den ersten Namensteil bestimmen. Das „Puff“ kommt von den Zisch- und Knallgeräuschen, die die Tiere bei Bedrohung ausstoßen, wie man mir erklärte. Und ich dachte schon… Rundum ist sie recht ansehnlich, und weiß man erst einmal was hinter dem Namen steht, erscheint sie im Auge des Betrachters sehr interessant. Sobald mein Veto Wirkung gezeigt hat, werde ich es Ihnen kundtun, und dann kann ich nur hoffen, Sie können den „Puff“ hören. Insofern hoffe ich, Sie sehen es mir nach, dass ich von einer für Sie noch unsichtbaren Tierart geschrieben habe, aber meine Begeisterung musste einfach aufs Papier!

Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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