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Horsts Zoogeflüster:Es „quollt“ mal wieder

Liebe Leser,

ich schnappte neulich auf dem Wirtschaftshof des Zoos den merkwürdigen Begriff „es quollt“ auf. Zunächst wunderte ich mich nur und vergaß es wieder. Dann traf ich eine bemerkenswert euphorische Tierpflegerin, die mir voller Begeisterung von ihrer Beutelentdeckung berichtete. Es war für mich im ersten Moment äußerst erstaunlich, mit welchem Enthusiasmus ein Tierpfleger, der über 40 Jahre im Zoo Leipzig arbeitet, von seinen Schützlingen sprechen kann. Andererseits auch wieder nicht, denn für die Leipziger Tierpfleger kann ich meine Hufe ins Feuer legen. Die rundum Versorgung stimmt einfach! Jedenfalls wurde mir vom Nachwuchs bei den neuen Quolls, die erst vor Kurzem aus Tasmanien zu uns kamen, berichtet. Kaum, dass sie Leipziger Luft schnupperten, fingen sie gleich an miteinander zu turteln. Der junge Sidney bändelte mit Grace an und Riley fand in Camira eine Partnerin. Bereits nach 19 Tagen wurde deutlich, dass das Turteln im wahrsten Sinne des Wortes gefruchtet hatte. Beide Weibchen hatten kleine Quolls in ihrem Beutel, die sie erfahrungsgemäß circa zwei Monate in diesem versorgen. Quolls, oder auch Tüpfelbeutelmarder, zählen zur Familie der Raubbeutler, sie sind nacht- und dämmerungsaktiv und deshalb in Gondwanaland im Nachtiertunnel für Sie, liebe Zoofreunde, zu finden. Insgesamt beherbergen wir 11 erwachsene Tiere und ihre Nachkommen. Mit langem Atem wurde der erneute Tiertransfer aus Tasmanien in die sächsische Metropole im Mai dieses Jahres vorbereitet. Die eigentliche Mission war eine Blutauffrischung in der Leipziger Population, wie mir die Pflegerin ausführlich erklärte. Wir halten diese äußerst seltenen Tiere seit der Eröffnung der Tropenerlebniswelt Gondwanaland und waren damit die ersten Halter in Europa. Seitdem züchten wir regelmäßig und haben bereits andere Zoos – insgesamt 8 an der Zahl – davon überzeugen können, diese putzigen und vor allem quirligen Wesen ebenfalls zu halten. In ihrer tasmanischen Heimat, in der sie die Eukalyptuswälder aber auch Gras- und Heidelandschaften bewohnen, sind sie stark gefährdet. Grundsätzlich ist das Wissen über diese Tiere, die ungefähr zwischen 28 und 45 Zentimeter groß werden, nicht gerade üppig, wenn ich das so sagen darf. Selbstverständlich kennen unsere zuständigen Pfleger jedes Tier genaustens und können es an der Farbschattierung, die von Hellbraun bis Schwarz variiert, sicher erkennen. Jedoch weiß man nur wenig über ihr Verhalten in ihrem natürlichen Lebensraum. Wir als Zoo Leipzig versuchen zum Beispiel über den medizinischen Bereich, unseren Beitrag zur Erforschung dieser Tiere zu leisten. Unser Zooärzteteam sammelt alle möglichen Daten, die sich in Folge von Untersuchungen und Krankheiten bei den Quolls ergeben. Ziel ist es, zunächst Vergleichswerte für die Beurteilung von medizinischen Werten bei kranken Tieren zu bekommen, um diese besser beurteilen zu können. Mittels dieser Erkenntnisse lassen sich Handlungsempfehlungen im Umgang mit den Tieren für neue Halter aufstellen. Brummt Ihnen jetzt auch der Kopf? So ging es mir jedenfalls, als ich das hörte, und ich hoffe, ich konnte es halbwegs verständlich für Sie erklären. Wir leisten jedenfalls Pionierarbeit auf dem Gebiet der Quollforschung, was mein Lamaherz vor Stolz ordentlich hüpfen lässt. Ihr Horst  

 

 

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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