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Horsts Zoogeflüster: Vulkan als Brutunterstützung

Liebe Leser,

ein Schwätzchen mit dem Kurator meines Vertrauens führt angesichts der spannenden Dinge, die er zu berichten weiß, zwangsläufig zu einer die geistige Produktivität anregenden Erhitzung meines Gehirns. Ich sollte häufiger die Gelegenheit eines Plausches suchen. Jedenfalls erfuhr ich, dass es Hühner gibt, die ihre Eier von oberflächennahem Magma ausbrüten lassen und sich in keiner Weise um ihren Nachwuchs kümmern. Hat man das schon mal gehört? Diese überraschende Neuigkeit ließ mich sogleich in die Untiefen der hauseigenen Bibliothek abtauchen, denn ich wollte mehr über dieses „Vulkanhuhn“ erfahren, und ich war mir sicher, dass Sie, liebe Leser, genauso fasziniert sein würden wie ich. Bei meiner Recherche, die nicht ganz so leicht von der Hand ging, wurde ich wieder tatkräftig von unserer Bibliothekarin unterstützt. Auch der besagte Kurator legte mir zwei Wälzer vor, die ich stundenlang durchackerte. Es hat sich aber gelohnt und ich habe Erstaunliches herausgefunden! Das besagte Huhn, das den Namen Niaufo ´ou Grossfusshuhn trägt, ist in den dichten Regenwäldern auf der Vulkaninsel Niaufo óu heimisch, die sich zwischen der Fidschi- und der Samoainsel als winziges Fleckchen Erde befindet und letztendlich nur aus der circa 300 Meter hoch herausragenden Vulkanspitze besteht. Die einheimischen Polynesier, denn die Insel liegt in Polynesien im Südpazifik, nennen dieses Huhn Malau. Bitte sehen sie mir die geografischen Details nach, aber bei diesem Huhn muss man genau sein. Zunächst kann festgehalten werden, dass das Äußere des circa 30 Zentimeter großen Huhns mit seinem graubraunen Federkleid ziemlich unscheinbar ist. Hingegen stoßen die großen kräftigen und langzehigen Füße hervor, mit denen sie einerseits nach Insekten und Sämereien scharren, andererseits den idealen Platz für das Ei freilegen können. Und Letztgenanntes ist mehr als spannend. Zunächst wird eine Grube gegraben, und zwar solange, bis der optimale Wärmepunkt von ungefähr 35 Grad mit dem Schnabel erfühlt wurde. Das ist meist in einer Tiefe von zwei Metern der Fall. Hervorgerufen wird diese Wärme eben durch den Vulkan bzw. durch das hochwabernde Magma. Ist die Grube ausgehoben, legt die Henne das in etwa 70 Gramm schwere Ei hinein und überschüttet es wieder mit dem Sand. Die Henne hat damit ihre Arbeit getan, denn für die nächsten 50 Tage übernimmt erdoberflächennahes Magma das Ausbrüten des Eis. Heraus kommt ein vollentwickeltes Küken, das sich allein ausgräbt und fortan auf sich allein gestellt ist. Dieser Vorgang, den man sozusagen als Dienstleistung des Vulkans bezeichnen kann, hat mich schwer beeindruckt. Ich kenne sehr wohl Tiere, die ihre Eier mithilfe von Sonnenwärme ausbrüten oder große Laubhaufen auf das Gelege verbringen. Aber dass sich Hühner die Begleiterscheinungen eines Vulkans für ihre Nachzucht dienstbar machen, davon hatte ich noch nie gehört. Leider kann ich Ihnen, liebe Tierliebhaber, diese besonderen Großfusshühner hier im Zoo Leipzig nicht präsentieren. Dafür fehlt uns in dieser Region der Vulkan, was ich als Vulkanliebhaber durchaus bedaure. Ihr Horst.  

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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