Alle Neuigkeiten

Horsts Zoogeflüster: Versteckspiele mit fliegenden Affen

Liebe Leser,

es mag Sie überraschen, aber ein Freund des Versteckspiels bin ich wahrlich nicht. Schon gar nicht in luftiger Höhe und bei tropischen Temperaturen. Jedoch verlangt ein guter Text eine ordentliche Recherche. Und so musste ich angesichts des Themas dieser Kolumne nicht nur bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius auf die Galerie von Gondwanaland klettern und kräuselnde Haarspitzen in Kauf nehmen, sondern auch mit sechs Weißgesichtssakis Verstecken spielen. Meine vier Hufe begannen wegen der Höhe und des geringen mir zur Verfügung stehenden Aktionsradius regelrecht zu zittern. Immerhin befindet sich die Galerie in Gondwanaland zwischen sechs und acht Meter oberhalb des normalen Besucherweges. Die Saki-Gruppe hatte jedenfalls großen Spaß, meiner Fotolinse und meinen Fragen auszuweichen und mir dabei ein Schnippchen zu schlagen. Mein Ziel war, das jüngste Mitglied der Gruppe zu fotografieren, und Ihnen, liebe Tierfreunde, diese Affenart vorzustellen. Allerdings zeigte sich Astra, die Mutter des Jungtieres, wenig kooperativ. Sie ließ sich in keiner Weise auf ein Gespräch mit mir ein, geschweige denn für ein Foto ablichten. Sie schickte lediglich die anderen Weibchen und das männliche Oberhaupt vor die Linse. Und ich muss sagen, das Männchen macht vor der Kamera eine gute Figur, sodass ich Ihnen zwar kein Foto vom Sakinachwuchs präsentieren kann, dafür aber vom Papa. Also muss ich auf sprachlicher Ebene versuchen, vom Jüngsten, der sich noch im Fell der Mutter versteckt, und von der etwa katzengroßen Neuweltaffenart zu berichten. Die als scheu geltenden Weißgesichtssakis haben mit der Eröffnung von Gondwanaland die Maisonettewohnung oberhalb der Riesenotter bezogen, die mit mehreren Exemplaren der „Schwarzen Olive“ ausgestattet ist und damit den in den Bäumen wohnenden Affen ideale Lebensbedingungen bietet. Zwischen diesen springen sie zielsicher hin und her. Aufgrund ihrer weiten Sprünge werden sie von den Ureinwohnern auch als fliegende Affen bezeichnet. Manchmal schicken sie sich an, ähnlich wie die Gibbons, zweibeinig über Seile oder Äste zu laufen und zu hüpfen. Hier kann man auch getrost den Fotoapparat stecken lassen, es gelingt sowieso kein scharfes Bild. Neben ihrem Spring- und Klettervermögen verfügen sie über ein vielfältiges Verständigungsrepertoire. Zahlreiche Gesten und Gebärden lassen sich beobachten sowie eher selten auch Laute vernehmen, die wie zwitscherndes Rufen oder Pfeifen klingen. Markant für diese im Tiefland und in den Gebirgswäldern des nördlichen Südamerikas vorkommenden Affen ist der sogenannte Geschlechtsdimorphismus:  Die Männchen und Weibchen unterscheiden sich komplett in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Das Männchen ist ausnahmslos in schwarz gekleidet, nur das Gesicht ist mit weißer Gesichtsbehaarung geschmückt. Die Weibchen hingegen sind unscheinbar in graubraun unterwegs, weshalb sie nur schwer im Baumkronendach zu erkennen sind. Das Männchen hingegen erspäht man ungleich schneller, wenn das weiße Gesicht aus dem grünen Laub herauslugt. Die einzig vorteilhafte Gelegenheit für ein Foto bietet die Fresszeit, denn dann holen sich die Allesfresser ihr Futter aus der Wohnküche, um es in der oberen Etage oder auf den Verbindungsseilen genüsslich zu verspeisen. Das ist aber selbst für einen versierten Fotografen ein kurzes Zeitfenster. Halten Sie also den Finger bei Ihrem nächsten Besuch stets am Abzug.

Ihr Horst  

 

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

Newsletter

Meine Daten

Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter mit Neuigkeiten, Veranstaltungstipps und Gewinnspielen aus dem Zoo Leipzig.
*Pflichtfeld

Entdecken Sie auch ...

Teaser Fabeltiere

Phänomenale Fabeltiere

Mitmachaktion mit Gewinnspiel zum 50. Geburtstag der Zooschule.

weitere Infos