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Horsts Zoogeflüster: Untermieter mit markanter Haartracht

Liebe Leser,

wenn Sie zu den regelmäßigen Zoogängern gehören, ist Ihnen sicherlich nicht entgangen, dass die beiden Roten Pandas Lilo und Zimai ihr Reich seit einiger Zeit mit Untermietern teilen. Zugegeben, in den ersten Tagen nach dem Einzug haben sie sich mehr als rar gemacht. Mehrmals musste ich den beschwerlichen Weg von Südamerika nach Asien auf mich nehmen, um sie zu Gesicht zu bekommen. Erst bei einer routinemäßigen Ausbildungsrunde mit Flax, Krümel und Sancho fand endlich eine erste Begegnung statt, bei der wir auch erfuhren, dass sich die Neuen zunächst an die unbekannten vier Wände im Zoo Leipzig gewöhnen und ihre Mitbewohner in der gebotenen Höflichkeit schrittweise kennenlernen mussten. Schließlich wollten sie nicht mit der Tür ins Haus fallen, was ich als einen sehr angenehmen Wesenszug erachte. Die Rede ist von den Schopfhirschen Falbala und Paul, die aus Berlin und Heidelberg zu uns kamen. Indessen sind die beiden im vergangenen Jahr zur Welt gekommenen Neuankömmlinge gut im Quartier von Lilo und Zimai zu sehen. Entweder trifft man sie liegend an einem der Bäume, oder fressend an der mit Früchten, Gemüse, Ei oder Blattwerk gefüllten Futterstelle an. Gelegentlich wuseln sie auch einfach durchs Gelände. Der Name Schopfhirsch kommt nicht von ungefähr und lässt sich auf den langen schwarzbraunen Schopf auf dem Kopf zurückführen, der bis zu 17 Zentimeter lang werden kann und von den Augen bis zum Hinterkopf verläuft. Ihr raues Fell ist dunkelbraun bis dunkelgrau gefärbt, hingegen weiß sind die Ohrspitzen, das Schwanzende und die Augenpartie. Wie es sich für einen ordentlichen Hirsch gehört, trägt das Männchen ein Geweih, allerdings wird dieses vom Haarschopf verdeckt und besteht nur aus zwei kleinen Spießen. Das Geweih ist also keineswegs mit dem des Elches, dem größten Vertreter der Familie der Hirsche, zu vergleichen, das sich aufgrund seiner stattlichen Größe bereits am Horizont mit bloßem Auge erspähen lässt. Hirsch ist demnach nicht gleich Hirsch. Dafür sind die Eckzähne, die beide Geschlechter haben und beim Männchen bis zu fünf Zentimeter aus dem Maul herausragen, länger und eindrucksvoller. Die Schopfhirsche sind jedenfalls gut verträglich mit unseren Pandas. Natürlich haben wir sie nicht aus Platzmangel oder aus sonstigen fadenscheinigen Gründen in der Erlebniswelt Asien, genauer gesagt in der im letzten Jahr eröffneten Himalaya-Anlage untergebracht. Auch ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet, die Bergwälder Zentral- und Südchinas in Höhenlagen von bis zu 4.500 Metern, befindet sich in Asien. Im Vergleich zu den in der Wildnis verbliebenen Artgenossen sind Falbala und Paul in unserer Hochgebirgswelt gut zu sehen! Verlässliche Zahlen zu den frei lebenden Schopfhirschen gibt es laut den Fachexperten nicht, wie ich las. Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion stuft diese Tierart als potentiell gefährdet und schätzt die Bestandszahl als rückläufig ein. Angesichts dessen sollten alle Hirschfreunde hoffen, dass sich das Schopfhirschpaar in Bälde vermehrt, um den Zoobestand aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu steigern, denn nur zehn Zoos halten diese Tiere. Weil die Paarungszeit im Spätherbst und Winter beginnt und beide Tiere bereits das passende Alter haben, mache ich mir berechtigte Hoffnungen auf baldigen Nachwuchs. Dann stellt sich nur noch eine Frage: Ob der Minihirsch bereits mit einem langen Schopf zur Welt kommt?

Ihr Horst

 

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