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Horsts Zoogeflüster: Tierische Wasserspiele

Liebe Leser,

das Spiel der Riesenotter im Wasser sprüht nur so vor Energie und Dynamik, und ist doch gleichzeitig so elegant wie ein Tanz der Nixen in der Tiefsee. Pfeilschnell und scheinbar vollkommen mühelos durchschwimmen sie ihr Becken in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland und erfreuen nicht nur meine Wenigkeit, sondern auch die vielen Zoofreunde, die sich beim dargebotenen Schauspiel an der Scheibe die Nase platt drücken. Wieder, muss man sagen, denn einige Zeit musste unser Weibchen Emilia allein ihr Unwesen im Wasser treiben, bis wir den neuen Mann für sie im Zoo Leipzig begrüßen konnten. Tacutu heißt er, ist neun Jahre alt und eroberte in kürzester Zeit Emilias Herz. Die Pfleger spürten förmlich die Harmonie der beiden, die sich zunächst am Sichtschieber beschnuppern konnten, und fackelten nicht lange mit dem Zusammenlassen der beiden südamerikanischen Tiere. Und ihr Gefühl war richtig, sofort schwammen sie miteinander, vollführten wahre Purzelbäume, wenn man die Rolle vorwärts im Wasser so nennen darf, und ließen keinen Zweifel daran, dass sie sich mögen. Da habe ich schon ganz andere, langwierige Zusammengewöhnungen erlebt. Natürlich haben die beiden eine Aufgabe: Sie sollen für Nachwuchs sorgen. Ich freue mich jetzt schon auf die putzigen und quirligen Miniotter. Übrigens waren wir im Jahr 1982 der erste Zoo, der diese Tierart in Europa gehalten hat. Mittlerweile kann man die größten im Süßwasser lebenden Otter in vielen Zoos bestaunen. Bei uns ist die kommentierte Fütterungszeit um 15.30 Uhr eine gute Gelegenheit, die beiden in Aktion zu sehen und natürlich jede Menge über die Tiere selbst zu erfahren. Unsere Pfleger scheinen ja bisweilen ein wandelndes Tierlexikon zu sein, ganz nonchalant bringen sie ihr umfangreiches Wissen den Besuchern zu Gehör. So habe auch ich meine Fakten zur heutigen Kolumne zusammengetragen. Bei diesem schönen Wetter verspürte ich nämlich keine große Lust, unsere Zoobibliothek aufzusuchen. Jedenfalls erfuhr ich, dass die Riesenotter, wie hätte es auch anders sein sollen, Fischliebhaber sind, aber durchaus auch Frösche und andere kleinere Säugetiere verputzen. Als Raubtier ist man da nicht zimperlich. Durchkreuzt allerdings eine Anakonda oder ein Kaiman den Flusslauf, gilt es sich in Sicherheit zu bringen, denn diese Tiere zählen neben dem Menschen zu den Hauptfeinden. Zum Glück muss unser Pärchen in dieser Hinsicht nichts befürchten. Und unsere Tierpfleger haben nur Gutes im Sinn. Riesenotter sind sehr soziale und spielfreudige Tiere und leben in Familienverbänden mit bis zu zehn Tieren. Verständigt wird sich mit zirpenden, pfeifenden und quietschenden Rufen, die zumindest für meine Ohren eine Zumutung sind. Meistens werden nach einer Tragzeit von ungefähr 70 Tagen zwei bis vier Jungtiere in Wurfhöhlen in Uferböschungen oder unter Wurzeln geboren. Kennzeichnend für diese Art sind die individuell verschiedenen, weißen Fellzeichnungen an Kinn, Kehle und Brust sowie an den Lippen. Daran, so die Tierpfleger, lassen sich die Tiere bestens unterscheiden. Für mich sehen unsere beiden Riesenotter irgendwie gleich aus, aber ich bin eben „nur“ das Marketing-Lama und kein Tierpfleger, der die Tiere mehrere Stunden am Tag sieht und betreut. Aber ich sollte häufiger vorbeischauen bei Emilia und Tacutu, vielleicht gelingt es mir irgendwann doch, die Tiere auseinanderzuhalten. Schließlich lernt man nie aus. Ihr Horst.

 

Aktuelle Hinweise:

Das Elefantenbaden findet derzeit nur um 15 Uhr auf der Außenanlage statt. Der Elefantentempel ist täglich ab 11 Uhr geöffnet.

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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