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Horsts Zoogeflüster: „Spinnenliebhaber“ aufgepasst

Liebe Leser,

mit der Sympathie für andere Geschöpfe ist das so eine Sache, oftmals entscheidet sich das im ersten Moment der Begegnung. Dabei spielen Lockstoffe, bei den Fachleuten Pheromone genannt, auch bei uns Tieren eine bedeutende Rolle. Und jedes Mal bin ich erneut fasziniert, wenn sich mein erstes Gefühl im Verlauf der Bekanntschaft bestätigt. Wenn die Chemie einfach nicht stimmt, lässt sich Sympathie nicht erzwingen, doch man kann das Miteinander professionalisieren, so ist jedenfalls meine Strategie. Im Fall meiner drei Lehrlinge war die Sache von Anfang an klar: Flax, Krümel und Sancho waren mir sofort sympathisch. Überhaupt habe ich in meinem Revier keinerlei Probleme mit den Mitbewohnern. Man kann sogar sagen, ich mag sie alle. Ob Pustelschwein, Anoa oder die Puffotter, alle haben für mich etwas Sympathisches und ihr tierisches Geheimnis, das ich jede Woche aufs Neue zu ergründen versuche. So verhält es sich auch bei der Weißknievogelspinne, die bei uns im Vogelhaus wohnt und von mir auf den Namen „Berta“ getauft wurde. Ihretwegen hatte ich allerdings einen Disput mit meinen drei Gehegegenossen auszustehen, die bei dem Gedanken daran, eine Vogelspinne liebenswert zu finden, nicht nur bedeutungsschwer den Kopf schütteln, sondern denen gar die Haare zu Berge stehen und die ihre Hufe in Parkposition bringen und sich keinen einzigen Millimeter von der Stelle wegbewegen würden, um bei Berta vorbeizuschauen. Welche Ignoranz! Mein Verständnis für dieses Verhalten tendiert gegen null, wie Sie sich vorstellen können. Nur weil das Tier acht behaarte Beine hat, aggressiv ist und bei Gefahr seine Brennhaare in Richtung des Feindes abwirft, kann man es doch nicht mit Abweisung strafen, oder? Jedes Individuum hat seine Berechtigung, ob es nun acht Beine hat, kein Fell besitzt oder wie im Fall des Stinktieres in bestimmten Situationen bis zum Himmel stinkt. Wo bleibt da die Toleranz? Ich für meinen Teil bin offen für die Vielfalt und beobachte sehr gern die am Boden lebende, etwa neun Zentimeter große Spinne in ihrer Vitrine. Ihre weißen Beine und die dunkelbraun bis schwarze Grundfärbung des Körpers fallen mir angenehm ins Auge. Ihr Körper ist, für Vogelspinnen als Gliederfüßer typisch, in mehrere Abschnitte, in den Vorderkörper und den Hinterleib, gegliedert. Bereits vor 350 Millionen Jahren haben sie auf der Erde gelebt. Sie bevorzugen vor allem die subtropischen und tropischen Zonen auf unserem Planeten. Die Weißknievogelspinne zum Beispiel ist im brasilianischen Regenwald zu finden. Sie liebt es, sich tagsüber in der Sonne aufzuhalten, jedoch ist sie Unterschlüpfen nicht abgeneigt. Auch in unserer Zoo-Vitrine ist sie bisweilen unauffindbar. Das erzählte ich eines Abends mal meinen drei Lamakollegen, Sie hätten ihre Gesichter sehen sollen! Die nackte Angst war darin zu lesen. Nun ja, Spaß muss sein, auch zu später Stunde. Natürlich kann sie nicht aus ihrer Bleibe heraus, Sie können also beruhigt sein. Die Tierpfleger haben ihr ein paar Zufluchtsorte zur Verfügung gestellt, zum Beispiel aus runder Baumrinde, sodass sich Berta zurückziehen kann. Allerdings kommt die als gefräßig geltende Spinne schnell aus ihrem Versteck, wenn ihr etwas zu fressen angeboten wird und Fliegen, Heimchen und Heuschrecken serviert werden. Das ist nun gar nichts für meinen Geschmack. Meine Vorliebe gilt dem Knäckebrot. Insofern haben Berta und ich bezüglich der Nahrung keine Interessenskonflikte. Das ist doch schon mal eine gute Basis für eine Freundschaft. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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