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Horsts Zoogeflüster: Schwärzer als schwarz

Liebe Leser,

der in Erwartung einer negativen Entwicklung weithin geläufige Spruch, man sehe für dieses oder jenes schwarz, trifft für die neuen, erst kürzlich in Leipzig angekommenen und bereits für Gesprächsstoff sorgenden Bewohner des Bereiches Asiens den Nagel auf den Kopf. Die Rede ist von den Ayam Cemanis, also von 18 indonesischen Hühnern, deren Name von dem Ort Cemani auf der Insel Java herrührt. Hier hatte die Rasse ihren Ursprung. Ayam bezeichnet übrigens in der Landsprache das Huhn. Die Cemanis weisen eine außerordentliche Besonderheit auf, die mich sofort zur Feder greifen ließ: Die Hühner sind komplett schwarz gefärbt! Und das nicht nur von Kopf bis Fuß, nein, auch vom Auge bis ins Fleisch. Aufgrund einer Hyperpigmentierung sind alle Körperteile, wie eben die Augen, die Knochen, die Krallen, die Kehllappen, der Kamm, das Gefieder, aber auch das Fleisch fast gänzlich schwarz. Und selbst das Blut ist tiefer als dunkelrot gefärbt. Es handelt sich hierbei um ein erblich bedingtes Charakteristikum, bei dem übermäßig viele schwarze Pigmente in die Haut eingelagert werden, wie mir unser Arzt des Vertrauens erklärte. Im Dunkeln sind die hübschen Hühner faktisch unsichtbar und bestens getarnt. Passenderweise wurden sie im Nachbargehege unserer Anoas einquartiert, die farblich mit ihrem dunkel- bis schwarzbraunen, in der Sonne schön leuchtenden Fell gut zu den Hühnern passen. Allerdings dürfen die zur Familie der Fasanenartigen gehörenden Hühner anders als die Anoas die unendlichen Weiten des Zoos erkunden, was ihnen den Status als Freigänger einräumt. Wundern Sie sich also nicht, wenn ein Schwarzgänger Ihren Weg zwischen Bärenburg-Spielplatz und Tiger-Taiga kreuzt. Jetzt haben Sie ja eine Ahnung, wer Ihnen da begegnet und können gegenüber Ihren Enkeln, Kindern oder Freunden mit Wissen glänzen. In Europa übrigens sind die Ayam Cemanis erst seit den 1920er Jahren bekannt und in Deutschland seit dem Jahr 2006 offiziell als Hühnerrasse anerkannt. In der Haltung sind die temperamentvollen indonesischen Dorfhühner, die vermeintliche Gegner ohne Scheu attackieren, letztendlich genügsam, fast so wie wir Lamas. Sie ernähren sich von Grünfutter, Sämereien und Insekten. Da sie lange Beine haben, gelten sie als sehr beweglich, was sie beim Scharren nach Futter auch unter Beweis stellen. Als eher kleine Hühnerrasse bringen sie zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm auf die Waage und legen im Durchschnitt pro Jahr 80 Eier. Jedoch sind diese nicht schwarzgefärbt, wie man nach der Vorrede vermuten könnte, sondern cremefarben. Aber letztlich schlüpfen daraus dennoch schwarze Küken, auf die ich mich schon heute freue. Was muss es für ein Anblick sein, wenn die Küken hinter ihrer Glucke durch Asien, ihrem Revier, bummeln und die Welt entdecken? Ich kann nur hoffen, dass sie einen Abstecher nach Südamerika machen. Ansonsten muss ich mich wohl auf den Weg begeben und nach der Hühnerschar Ausschau halten. Was man nicht alles so auf sich nimmt, um das Auge zu erfreuen.

Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

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