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Horsts Zoogeflüster: Mythos Tausendfüßer

Liebe Leser,

glauben Sie auch, dass ein Tausendfüßer tatsächlich 1.000 Füße hat? Seien Sie ehrlich! Ich bin diesem Mythos nachgegangen und wurde in unserer Tropenhalle Gondwanaland fündig: Hier gibt es nämlich Wesen, die über eine große Anzahl an Füßen verfügen – die afrikanischen Riesenschnurfüßer. Per Spezialtransport in Form eines 10 Liter Eimers erhielten wir aus dem Zoo Salzburg etwa 200 Exemplare, die die Pfleger im tropischen Nutzpflanzengarten von Gondwanaland verbuddelten. Zunächst sahen es die Tierpfleger als Experiment an, denn keiner von ihnen hatte zuvor Riesenschnurfüßer tiergärtnerisch betreut. Allerdings sprachen die Rahmenbedingungen der Halle mit dem tropischen Klima und der hohen Luftfeuchtigkeit dafür, und tatsächlich tummeln sich inzwischen diese bis zu 35 Zentimeter langen, zur Tiergruppe der Myriapoda zählenden Tierchen zuhauf im sandigen Untergrund von Gondwanaland. Leider, und das muss ich an dieser Stelle deutlich sagen, können Sie als Freunde skurriler Geschöpfe diese Zoobewohner am Tage nicht sehen. Auch ich musste meinen Besuch in die Nacht verlegen. Dank einer Taschenlampe gelang es mir recht schnell, einige Riesenschnurfüßer mit einer geschätzten Länge von 20 Zentimetern zu erspähen. Sie waren gerade auf der Suche nach abgestorbenem Pflanzenmaterial, aber auch Früchte und Baumpilze standen auf der Wunschliste. Ich trug nach einer kurzen Phase des Kennenlernens sogleich den Grund meines Besuches vor. Mit viel Skepsis und einem breiten Grinsen blickten die Riesenschnurfüßer zu mir hoch, als ich die Liedzeile „Zeigt her eure Füße...“ zu schmettern begann und die 1.000 Füße nachzählen wollte.  Ja, manchmal ist es als Sherlock Holmes des Zoos nicht gerade einfach, wenn man die Fakten aus erster Hand erhalten und nicht regelmäßig die Bibliothekarin behelligen möchte. Die Antwort kam prompt, und zählen musste ich auch nicht weit, denn die vermeintlichen 1.000 Füße sind ein Mythos. Die Riesenschnurfüßer, die größten Vertreter der Tausendfüßer, zählen zu den Doppelfüßern. Das Aussenskelett ist in mehrere, in ihrer Erscheinung an Ringe erinnernde Segmente gegliedert, und jedes Segment trägt ein Beinpaar, daher rührt die Bezeichnung als Doppelfüßer. Im Laufe des Wachstums, nach jeder Häutung, nimmt die Anzahl der Segmente und Beinpaare sozusagen kontinuierlich zu. Bei einigen Arten kommen durchaus 350 Beinpaare zusammen, aber keine 500, die die 1.000 Füße ergeben und eben den Namen erklären würden. Hier hat der Mensch offenbart stets falsch gezählt. Jedenfalls nimmt der Tausendfüßer bei uns in Gondwanaland eine wichtige Rolle ein: Er sorgt mit seinen zahlreichen Beinpaaren für eine bessere Bodendurchlüftung und Durchmischung der einzelnen Bodenschichten, weshalb unsere Pflanzen optimal wachsen können. Es haben eben auch die unscheinbaren Tiere ihre Daseinsberechtigung. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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