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Horsts Zoogeflüster: Meine wilden Vorfahren

Liebe Leser,

kürzlich wurde nicht nur das Abbild meines Heimatkontinentes inmitten von Leipzig, genauer gesagt gleich neben meiner Residenz im Zoo Leipzig, fertiggestellt, auch an meine wilden Vorfahren wurde gedacht! Mit der neuen Erlebniswelt Südamerika zogen vier Guanakos ein, die sozusagen meine Vorfahren sind, weil bekanntlich wir Lamas von diesen Tieren abstammen. Welch besonderes Ereignis für mich als alter 16-jähriger Lamahengst! Die frohe Kunde verbreitete sich umgehend in meiner Clique, und selbstverständlich waren alle hocherfreut, Verwandte aus der Neuen Welt, zu der der Kontinent Südamerika gehört, in unserer Nähe zu wissen. Der Besuch der vier war sofort beschlossen. Zuvor jedoch, als zunächst nur vom Einzug die Rede war, erhielt ich ein erstes Bild vom fünf Jahre alten Guanakohengst Dirk. Beim Betrachten desselben huschte ein leichtes Schmunzeln über mein Gesicht. Ich will es mal diplomatisch ausdrücken: Dirk behält man mit Sicherheit in Erinnerung. Ein ausgemachter Womanizer in Bezug auf die Äußerlichkeiten ist er definitiv nicht, denn er fällt durch eine leichte Zahnfehlstellung auf, die ihn bisweilen etwas komisch anmuten lässt. Den drei Frauen in seinem Gefolge, Lolitha, Phibie und Lissita, scheint dieser kleine Makel allerdings nichts auszumachen, beziehungsweise ignorieren sie diesen. Allerdings missachten sie Dirk generell ein wenig, so jedenfalls mein Eindruck nach einigen Besuchen. Und auch die Tierpfleger haben eine dahingehende Beobachtung gemacht. Dirk ist eigentlich nur da, sehr zurückhaltend und etwas ängstlich, das Sagen scheint er bei den Damen nicht wirklich zu haben. Seinen Harem bilden die neugierige Lissita, die einjährige Tochter von Phibie, die wiederum ein eher stiller Charakter ist. Lolitha, die dritte im Bunde, hingegen ist die mutigste von allen und auch stets die Erste im Stall. Sie könnte ja etwas verpassen. Dennoch gibt es Momente, in denen alle einträchtig in einem mehr oder weniger engen Areal zusammen Siesta halten, und das, liebe Leser, ist ein schöner Anblick. Auch, wenn sich Dirk im Gebüsch versteckt und so tut, als ob er gar nicht da sei. Erst neulich hat er diese Show mir gegenüber abgezogen. Wie soll man bei einem derartigen Verhalten ein ernstes Männer-Lama-Gespräch führen? Da sind die Tierpfleger deutlich gesprächiger, und von denen erfuhren wir dann auch eine Menge über unsere Vorfahren: So treiben sich Guanakos, wenn sie nicht gerade in einem Zoo leben, hauptsächlich im Süden von Argentinien und Chile herum, durchaus in Höhen von 4.500 Metern. Guanako-Herden bestehen meistens aus 5 bis 15 erwachsenen Weibchen, deren Jungtieren und einem Leithengst. Es gibt aber auch nur Junghengst- oder Jungstutengruppen. Wenn ich Dirk aufmerksam betrachte, kann man bei ihm noch nicht von einem Leithengst sprechen, aber manchmal brauchen echte Kerle ja etwas länger, um ihre Position zu stärken. Auf ihren Wanderungen bevorzugen Guanakos Moos, Flechten, Gräser, Wurzeln und reife Früchte als Nahrung. Wie die Kamele können auch die Guanakos eine lange Zeit ohne Wasser auskommen und gehören, ebenso wie wir Lamas, zur Familie der Kamele, zu denen auch die Dromedare und Trampeltiere zählen. Bei uns im Zoo können Sie allerdings die letztgenannten Vertreter nicht entdecken. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir Lamas und die Guanakos diese Familie bestens vertreten. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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