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Horsts Zoogeflüster: Männersache

Liebe Leser,

geht es Ihnen bei diesem Wetter auch so, dass Sie am liebsten auf dem gemütlichen Sofa – oder wie in meinem Fall auf einem Strohlager - lümmeln, keinen Finger krumm machen, sich der Hektik des Alltags entziehen und abwarten möchten, bis sich das Wetter bessert und vielleicht die ersten Schneeflocken am Himmel tanzen? Die dunklen Wolken können durchaus ganz schön aufs Gemüt schlagen, einige stecken sogar den Kopf in den Sand, wie der Strauß, andere wiederum drehen erst richtig auf, wenn es bitterkalt ist. Unsere Schneeleoparden und Amur-Tiger seien hier beispielgebend. Letztere gehen sogar noch baden bei diesen Temperaturen. Hat man da noch Töne! Mir macht die Kälte grundsätzlich ja auch nichts aus, nur trübt der wolkenbehangene Himmel gelegentlich auch meine Stimmung. Während dieser schwermütigen Tage sind unsere fünf Darwin-Nandus immer wieder ein Ziel meiner Zoorunde. Stets sind sie bester Laune, scheinen sich von niemandem und durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen und picken immerfort wild im Gehege nach Kräutern, Sämereien und Insekten umher. Zusammen mit den Guanakos leben sie im neuen Leipziger Patagonien. Zwei Hähne und drei Hennen fühlen sich hier pudelwohl, wie sie mir erst neulich wieder versicherten, und erfreuen sich der Geschehnisse ringsherum. Zu Beginn des Herbstes waren sie sogar direkt bei der Geburt des ersten Guanakos auf der neuen Anlage dabei und scheinen sich seitdem nicht von diesem Erlebnis erholt zu haben. Immer wieder berichten sie mir von Maike, dem kleinen Guanako-Weibchen, und ihren tollen Erlebnissen. Ich kenne Maike jetzt fast schon besser als meine Azubis. Wann der erste Nachwuchs bei den Darwin-Nandus purzelt, ist noch ungewiss. Fest steht allerdings bereits, dass das Ausbrüten und die Aufzucht reine „Männersache“ sind. Ungefähr sechs Monate lang kümmern sich die Hähne ausschließlich allein um das Brutgeschehen und die Jungtieraufzucht. Die Hennen legen zuvor in einer Nestmulde bis zu 30 Eier ab, um dann das Zepter an die Hähne zu übergeben. In dieser Zeit sind diese ziemlich ungenießbar und greifen sogar unerwünschte Gäste an. Nach circa 30 bis 40 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die zunächst ein Gefieder mit Längsstreifen tragen, bevor es ins fahlbraune mit weißen Federspitzen wechselt. Sind sie ausgewachsen, haben sie eine Höhe von 100 Zentimetern erreicht und sind damit wesentlich kleiner als der allseits bekannte Strauß, der mit seinen bis zu 2,30 Metern der größte lebende Vogel ist. Anders als dieser, der in Afrika beheimatet ist, leben die Darwin-Nandus auf dem südamerikanischen Kontinent zwischen Argentinien, Chile und Peru. Genauso wie der Strauß ist auch der Darwin-Nandu ein ausgezeichneter Läufer, der bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell werden kann. Da habe ich natürlich keine Chance, auf meine alten Tage hinterherzukommen. Aber zum Glück muss ich das auch nicht, komme ich doch mit allen gut im Zoo aus.

Ihr Horst

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