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Horsts Zoogeflüster: Mähnenwolf trifft Ameisenbär

Liebe Leser,

es war eine mehr als bizarre Szenerie, die sich mir neulich in der Leipziger Pampa bot. In meiner mir als Lama eigenen Naivität ging ich davon aus, dass sich ein Tier, dessen Bezeichnung mit dem Namenszusatz Wolf endet, auch entsprechend verhält und nicht, wie ich beobachten konnte, mit eingezogenem Schwanz das Weite sucht, nur weil ein rüsselnder Ameisenbär seinen Weg quert. Wäre ich ein Träger des sogenannten Nasenfahrrades, hätte ich umgehend das Putztuch bemüht, so unglaubwürdig erschien mir das Bild. Beim zweiten ungläubigen Hinsehen konnte ich dann doch ein Interesse seitens der Mähnenwölfe Santa und Jesus erkennen, jedoch traten sie umgehend den Rückzug an, als sich einer der Ameisenbären umdrehte und in ihre Richtung lief. Daraus entwickelte sich ein vermeintlich ewiges Hin und Her, von dem ich mich einfach nicht lösen konnte. Mein anhaltendes Grinsen verursachte schon sich deutlich ausprägende Grübchen in meinem Gesicht, bis schließlich die erste Zusammenführung durch die Pfleger unterbrochen und ein weiteres Tête-à-Tête auf den nächsten Tag verschoben wurde. Die Vergesellschaftung der beiden südamerikanischen Tierarten, die sich auch im natürlichen Lebensraum begegnen, sollte schrittweise vorangetrieben werden. Am nächsten Tag sah ich Erstaunliches! Der Mähnenwolfmann Jesus lag schlafend im Unterstand, während Ameisenbär Gorrie um ihn herum die Anlage durchkämmte und den schlafenden Wolf scheinbar gar nicht registrierte. Böse Zungen behaupten, dass Ameisenbären nicht besonders intelligent seien und ohnehin den Anschein erwecken, nichts von ihrer Umgebung mitzubekommen. Nun ja, man kann diesen Eindruck durchaus gewinnen, jedoch erlebte ich wiederum einen Tag später etwas anderes: Als die Mähnenwölfe nach dem Frühstück die Anlage betraten, sträubte sich das Fell von Gorrie derart, dass er in Nullkommanichts zwei Nummern größer erschien. Von wegen, sie nehmen ihre Umwelt nicht wahr, da muss ich als leidenschaftlicher Südamerikaner entschieden Protest einlegen! Vielleicht können Ameisenbären nichts mit den hochbeinigen, rotbehaarten Wölfen, die aber zu den Hunden gehören, anfangen? Hat darüber mal jemand nachgedacht? Andererseits gehen die Mähnenwölfe mit Freundschaftsbekundungen gegenüber den Wurmzünglern nicht gerade verschwenderisch zu Werk und meiden sie weitestgehend. Zugegeben, die bis zu 60 Zentimeter lang werdende Zunge möchte ich auch nicht ins Gesicht bekommen, und wie ich das Ameisenbärweibchen Bardana kennengelernt habe, untersucht sie mit ihrer Zunge alles, was ihr in den Weg kommt. Das muss man mögen. Jedenfalls ist in den vergangenen Tagen allerhand passiert, beide Tierparteien haben zarte Bande geknüpft und scheinen sich mit ihrem Schicksal, gemeinsam die Pampa zu durchstreifen, anzufreunden. Mittlerweile rennen die Mähnenwölfe mit ihrem Fressen nicht gleich weg, wenn die Ameisenbären neugierig schnüffelnd näherkommen. Allerdings verspeisen diese auch keine Meerschweinchen oder Amphibien, sondern bevorzugen eher Termiten, Insekten oder Würmer. Es begeistert mich gewaltig, dass wir unseren Besuchern nun nicht mehr abwechselnd Ameisenbär oder Mähnenwolf zeigen, sondern verkünden und präsentieren können: Mähnenwolf trifft Ameisenbär. Ich bin gespannt, ob Sie, liebe Leser, der Anblick der neuen Pampa-Connection ebenso erfreut wie mich. Ihr Horst.

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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