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Horsts Zoogeflüster: Küssen erlaubt!

Liebe Leser,

als ich eher zufällig auf den Namen der im Folgenden besprochenen Fische stieß, musste ich spontan an das Lied „Küssen verboten“ denken, dass ich gelegentlich im Radio bei den Pflegern hörte. Ob der frohen Kunde, dass wir in diesem Jahr so viel Nachwuchs wie noch nie bei diesen Fischen haben, beschloss ich meine heutige Kolumne den in Südostasien beheimateten Küssenden Guramis zu widmen. Diese bewohnen im Zoo Leipzig zusammen mit Schildkröten, Sundagavialen und weiteren Arten das Südostasienbecken in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland. Durch seine grünlich bis gelblich-silberne Farbgebung sticht der circa 30 Zentimeter lange Gurami allerdings heraus. Sein Körperbau ist mehr oder weniger langgestreckt und eiförmig. In der Draufsicht sieht der tagaktive und verhältnismäßig friedliche Gurami ziemlich zusammengedrückt aus, wenn sie mich fragen. Ob er zu den ansehnlichen Fischarten zählt, liegt wie immer im Auge des Betrachters, da halte ich mich galant zurück und beschäftige mich lieber mit Nachforschungen in Bezug auf den ungewöhnlichen Namen. Natürlich flechte ich für Sie, liebe Leser, an der passenden Stelle ganz nonchalant wichtige Fakten zur Fischart ein. Also, warum heißt der Süßwasserfisch, der zur Familie der Buckelmäuler zählt, Küssender Gurami? Zunächst ist festzustellen: Die Guramis sind mit kräftigen, vorstreckbaren Lippen ausgestattet. Etwa ab der Mitte der Kiemen, die nicht wirklich für die Atmung genutzt werden und eher als Reusensystem fungieren, spitzt sich der Kopf zum Maul hin zu, und die dickfleischigen Lippen bestimmen für den Betrachter die Charakteristik dieses Fisches. Diese wulstigen Lippen schieben sie während eines Revierkampfes dem Gegner oder auch im Zuge der Balz der Auserwählten entgegen, und es kommt zum sogenannten Maulzerren, das allerdings wie richtiges Küssen aussehen soll. Jenes Küssen beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Maul, sondern bezieht gewissermaßen den gesamten Körper ein. Dieses Lippenbekenntnis hat letztendlich, wie sollte es anders sein, zum Namen für diese Fische geführt. Das hätte ich mir ja auch gleich denken können. Leider war es mir für die Vorbereitung auf den Text nicht vergönnt, dieses Kussszenario wahrhaftig bei unseren Exemplaren zu beobachten, aber vielleicht habe ich demnächst eine Chance, den Küssenden Gurami in Aktion zu sehen - wie vielleicht auch Sie bei Ihrem nächsten Besuch. Ich stelle mir das ganz interessant vor, denn nach der ganzen Küsserei schwimmt das Paar getrennte Wege und hat gar keine Zeit mehr für derlei Zärtlichkeiten, dann geht es ans Eier legen. Weil es keine Brutpflege seitens der Elterntiere gibt und auch kein Nest für die Eier gebaut wird, erfolgt die Ablage von mehreren Tausend Eiern im freien Wasser. Die Larven schlüpfen dann innerhalb eines Tages und ernähren sich noch tagelang vom Dottersack, bevor das erste Mal kleinste Planktonpartikel probiert werden. Die Lippen, die mit kleinen hornigen Zähnen bestückt sind, haben aber noch eine weitere Aufgabe, sie sind bei der Nahrungsaufnahme behilflich. Mit den kleinen Zähnen zerkleinern die Allesfresser sowohl die pflanzliche wie auch die tierische Kost. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob die Zähne beim Küssen nicht stören? Das muss ich mal mit den Guramis persönlich besprechen. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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