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Horsts Zoogeflüster: Gruppentanz als Stimulanz

Liebe Leser,

kaum, dass der Frühling erste Vorboten aussendet, beginnt in einigen Gehegen bereits ein heiteres Treiben. Es wird gerufen, geschnäbelt, gebaut und getanzt, bis die Stimmung die richtige ist. Die Balzrituale meiner Kollegen könnten nicht unterschiedlicher sein: Die einen mögen das heimliche Tête-à-Tête in der Dämmerung, andere wiederum brauchen Publikum und kommen nur in Brutstimmung, wenn die Zahl der Artgenossen um sie herum entsprechend groß ist. Sicherlich haben Sie, liebe Tierfreunde, schon einmal den Gruppenbalztanz der Flamingos gesehen. Zu Hunderten vollführen sie in perfekter Choreografie den Balztanz, der die Stimmung immens steigert. Auch unsere Zwergflamingogruppe auf der Kiwara-Savanne bevorzugt das gemeinsame Balzritual und die Aufzucht der Jungvögel in der großen Gruppe. In diesem Jahr können sich die Pfleger bereits über neun Küken freuen, und weitere könnten noch folgen. Für den Zoo Leipzig ist die aktuelle Zahl der Küken ein voller Erfolg. Der Weg dahin war lang, und indessen sind wir in Europa der erfolgreichste Züchter dieser potentiell gefährdeten Vogelart. Die Pfleger und Kuratoren tüftelten jahrelang, wie sie die sensiblen Vögel zur Brut stimulieren können. Zunächst erneuerten sie das „Brutzimmer“, brachten ausreichend Lehm in den Stall, richteten einen zusätzlichen Bereich mit Badebecken und Futterstelle ein und erhöhten die Helligkeit und Raumtemperatur. Außerdem wurde der Kontakt zum Pfleger auf ein Minimum reduziert. Damit setzten sie offenbar die richtigen Impulse, denn das Brutgeschehen kam in Gang. Erst neulich habe ich mir selbst einen Eindruck von den neuen Jungvögeln gemacht und war ehrlich gesagt mehr als froh, als ich wieder draußen war. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, welch ein Geruch sich rund um den Flamingobereich entwickelt, wenn sich 88 Vögel mehrere Wochen in einem Stall aufhalten. Mir wurde ganz blümerant zumute. Noch einige Tage nach meinem Besuch waberten gelegentlich Schwaden des ekeligen Flamingostallgeruchs aus meinem seidigen Fell. Wie das die Tierpfleger aushalten, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich sind die Nasenscheidewände bei ihnen bereits mehr als verkümmert. Mit großem Stolz jedenfalls präsentierten sie die Küken, die bereits nach einer Woche das Nest verlassen und sich in sogenannten Kindergärten zusammenfinden. Zwergflamingos sind die kleinsten Vertreter der Familie der Flamingos, die allerdings am häufigsten auf der Erde vorkommen. Schätzungen gehen von fünf bis sechs Millionen Tieren im afrikanischen Verbreitungsgebiet aus. Lange Zeit galten alle fünf Flamingoarten als nicht züchtbar, da sie zwar mehr als 100 Jahre gehalten wurden, jedoch nicht gezüchtet werden konnten. Das ist inzwischen Geschichte, denn mittlerweile gibt es in den Zoos kontinuierlich Nachzuchten. In Europa waren es übrigens die Kollegen des Tierpark Berlin, die sich im Jahr 1993 das erste Mal über ein Zwergflamingoküken freuen konnten. In Leipzig gelang die erste Zucht erst im Jahr 2008 und seit 2014 nun regelmäßig. Gut Ding will eben Weile haben. Flamingos zumindest brüten am liebsten in Kolonien, und je mehr Artgenossen beteiligt sind, desto besser. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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