Alle Neuigkeiten

Horsts Zoogeflüster: Ein naturgegebenes Zeitmanagement.

Liebe Leser,

bisweilen ist es nur ein kleines Detail, das mich aufhorchen und ein Fachbuch in die Hufe nehmen lässt. Zugegeben, das für diese Kolumne den Einstieg stiftende Detail ist etwas delikat. Nüchtern betrachtet natürlich nicht, denn es gehört zum ureigenen Tierleben dazu, und schließlich werde ich mich nicht nur darauf konzentrieren. Im neuen Zooführer, der in den letzten Wochen überarbeitet wurde und nun druckfrisch im Zoo-Shop erhältlich ist, stolperte ich über die Feststellung, dass bei den Großen Maras die Weibchen nur alle drei bis vier Monate für eine halbe Stunde empfängnisbereit sind. Das ist in meinen Augen eine besondere Herausforderung für die männliche Zunft und Nachwuchsplanung. Allerdings haben sich die Großen Maras damit gut arrangiert, denn ein Paar verbringt das ganze Leben miteinander. Dabei weichen die Männchen den Weibchen nicht von der Seite und markieren sie allzeit mit ihrem eigenen Duft. Ist der Zeitpunkt der halben Stunde gekommen und hat das Männchen diese nicht verpasst, purzeln nach circa 100 Tagen 1-3 Junge heraus, die in selbstgebauten Erdhöhlen aufgezogen und für 10 bis 12 Wochen von der Mutter gesäugt werden. Damit hätten wir das besagte Detail hinreichend erläutert. Kommen wir nun aber zu den harten Fakten, dem Aussehen, der Herkunft und den weiteren Besonderheiten dieser auch als Pampashasen bekannten und zur Familie der Meerschweinchen gehörenden Tierart, die seit Mai dieses Jahres in unserem Leipziger Südamerika lebt. Genaugenommen kommen sie in Zentral- und Südargentinien vor und bevorzugen die Gras- und Buschsteppen. Wir halten gegenwärtig vier männliche und drei weibliche Große Maras zusammen. Der jüngste Spross wurde erst im Sommer geboren und wächst und gedeiht zur vollen Zufriedenheit. Besonders schön finde ich, wenn unsere Pampashasen gemütlich und alle Gliedmaßen von sich gestreckt am Rand der Wasserstelle in der Sonne liegen. Diese Kulisse bietet auch den Besuchern einen großartigen Anblick. Ab und zu mischen sich auch die Wasserschweine (Capybaras) darunter, und so kann man in loser Abfolge, sozusagen als eine lebendige Tiergirlande, abwechselnd Maras und Capybaras sehen. Wenn sie nicht gerade faulenzen, können die Großen Maras einen rasanten Sprint mit bis zu 45 Kilometer in der Stunde hinlegen, vor allem wenn Gefahr droht. Das allerdings konnte ich – zum Glück - bislang nicht beobachten. Nicht auszudenken, wohin sie flüchten würden. Gleich nebenan, in unserer hiesigen Pampa, leben schließlich die Mähnenwölfe, und ich kann mir gut vorstellen, dass die Maras in ihr Beuteschema passen. Insofern sollte man Vorsicht walten lassen und die Tiere nicht erschrecken. Apropos Fressen, der Speiseplan der tagaktiven Tiere ist vegetarisch ausgerichtet: Gräser, Wildkräuter, Nüsse, Früchte, Knospen und Samen werden bevorzugt. Spannend und typisch für Nagetiere und viele Pflanzenfresser in diesem Zusammenhang ist die letztlich zweimalige Verwertung des Futters. So fressen die Großen Maras ihren Blinddarmkot, um damit die schwer verdauliche Pflanzennahrung und ihre wichtigen Inhaltsstoffe optimal auszunutzen. Eine Zweitverwertung par excellence, wie ich meine. Die träfe zwar gar nicht meinen Geschmack, aber die Natur gibt für jedes Tier die bestmöglichen Regeln und Bedingungen vor.

Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

Newsletter

Meine Daten

Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter mit Neuigkeiten, Veranstaltungstipps und Gewinnspielen aus dem Zoo Leipzig.
*Pflichtfeld

Entdecken Sie auch ...

Teaser Fabeltiere

Phänomenale Fabeltiere

Mitmachaktion mit Gewinnspiel zum 50. Geburtstag der Zooschule.

weitere Infos