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Horsts Zoogeflüster: Ein Herkules unter den Käfern

Liebe Leser,

Superlative zu verwenden, kann einen bisweilen in Erklärungsnöte bringen, vor allem, wenn die gewählte Bezeichnung fälschlicherweise Verwendung findet. Bei meinem heutigen Protagonisten kann jedoch der Superlativ zurecht gebraucht werden. Er ist gemeinsam mit dem Riesenbockkäfer einer der Größten unter den Käfern: Die Rede ist vom Herkules-Käfer. Mit seinen bis zu 17 Zentimetern Länge weist das männliche Individuum eine beachtliche Größe auf und beweist mehr als eindrücklich, dass auch die vermeintlich kleinen Tiere auf dem Globus unter ihresgleichen von stattlicher Natur sein können. Leider kann man dieses beeindruckende Käferexemplar nicht bei uns im Zoo Leipzig bestaunen, jedoch sollte man immer über den Tellerrand schauen und die Augen für Neues offenhalten – das ist zumindest meine Maxime. Insofern erlaube ich mir zwischendurch, auch interessante Arten außerhalb des Zoos genauer zu betrachten. Der Herkules-Käfer kommt in den tropischen Gefilden Südamerikas sowie auf den Antillen vor und zählt zur Unterfamilie der Riesenkäfer. Das männliche Exemplar unterscheidet sich nicht nur durch seine Größe vom Weibchen, es ist auch mit einem „Geweih“ ausgestattet, welches es im Kampf mit Rivalen geschickt dazu einsetzt, diese unter anderem vom Ast zu befördern. Das Geweih funktioniert gewissermaßen im Stile einer Greifzange. Außerdem ist für diesen Käfer noch eine Flügelspannweite von bis zu 22 Zentimetern charakteristisch, die ebenfalls aufhorchen lässt. Jenseits seiner äußeren Erscheinung ist seine Entwicklung äußert spannend. Wie alle Käfer durchläuft auch der Herkules-Käfer in seiner kurzen Lebenszeit von zwei bis vier Monaten eine Metamorphose, die sogenannte Verwandlung von einer Larve, die aus einem Ei schlüpft, über eine Puppe bis hin zum fertigen Insekt. Dabei dauert die Entwicklung der Larve, bis sie mit circa zwei bis drei Jahren ausgewachsen ist, am längsten. Die Larve, die auch als Engerling bezeichnet wird, nimmt währenddessen ordentlich an Körpermasse zu und kann bis zu 100 Gramm schwer werden. Die sich anschließende Verpuppung dauert hingegen nur etwa acht Wochen und lässt sämtliche Organe und Extremitäten des Käfers heranwachsen. Während des gesamten Entwicklungszyklus ernähren sie sich von morschem Holz, nach dem Schlupf genießen sie die Säfte verschiedenster Bäume sowie überreife Früchte, die auf dem Boden liegen. Neben seiner Größe weist der Herkuleskäfer noch ein besonderes Merkmal auf: Je nach Luftfeuchtigkeit verändert Mister Superlativ seine Körperfarbe. Steigt die Luftfeuchtigkeit, färbt sich sein Panzer bis ins Schwarze hinein, sinkt sie, verändert sich die Panzerfarbe ins Grünliche. So einfach ist es, liebe Leser, sein Äußeres zu verändern und ich finde es mehr als erstaunlich wie viele Besonderheiten ein einziger Käfer haben kann. Schade nur, dass wir ihn nicht in unserem Zoo beherbergen, aber es gibt hier in Deutschland eine kleinere Alternative, den Nashornkäfer. Dieser gehört ebenso zur Familie der Riesenkäfer, auch wenn er nur auf zwei bis vier Zentimeter Körperlänge kommt. Zu finden ist er im hiesigen Misthaufen oder zwischen verrotteten Holzspänen. Namensgebend ist sein Horn auf der Oberseite des Kopfes. Seien Sie demzufolge beim Umgraben des Misthaufens in Zukunft vorsichtig, es könnte das Zuhause eines Riesen sein.

Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

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