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Horsts Zoogeflüster: Die kleinen Lieblinge.

Liebe Leser,

sicherlich ist Ihnen die Olsenbande bekannt, die in all ihren diebischen Abenteuern für heiteres Gelächter bei den Zuschauern gesorgt hat. Auch ich hatte des Öfteren mein Vergnügen mit den netten Episoden der Dreierbande, obwohl das so gar nicht zu meiner tierischen Persönlichkeit passt. Welche Tiere schauen schon Fernsehen? Das mutet sonderbar an, aber ich wäre nicht das bekannte Lama aus dem Zoo Leipzig, wenn ich mich nicht auch für die Menschenwelt interessiere würde. Und da kann es schon mal passieren, dass ich mit einem solchen Wunderwerk der Technik in Kontakt komme und mich die Faszination ergreift. Die Filme erinnern mich jedenfalls an unsere zooeigene Olsenbande, die vor einigen Jahren ihr Unwesen bei uns trieb. Bestimmt haben Sie als Kenner der Materie bereits eine Ahnung, um wen es geht. Natürlich sind unsere Ausbrecherkönige, die Erdmännchen, gemeint. Die recht quirlig daherkommenden kleinen Raubtiere haben für das ein oder andere graue Haar bei den Pflegern gesorgt, als sie immer wieder allen aufgezeigt haben, wie „sicher“ ihre Anlage ist. Auf ihren unerlaubten Streifzügen erkundeten sie Pongoland, die Kiwara-Savanne und machten sogar vor einem Ausflug ins Rosental keinen Halt. Mittlerweile gehört diese Geschichte der Erdmännchen-Olsenbande zu den längst vergangenen Klassikern, denn das Gehege ist gesichert wie Fort Knox und die einstigen Kundschafter weilen nicht mehr unter uns. Im Moment leben drei zur Familie der Mangusten gehörenden Erdmännchen bei uns, zwei männliche Tiere und ihre Königin. Mit den Dreien möchte der Zoo eine neue Zuchtgruppe aufbauen. Erdmännchen haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten und leben in matriarchalischen Gruppen, wie ich in der Fachliteratur las. Matriarchalisch bedeutet in diesem Fall, dass es mit der sogenannten Königin ein dominantes Weibchen gibt, das allein für den Nachwuchs sorgt. Der Wurf mit üblicherweise 3 bis 7 Jungen wird in der ersten Zeit im unterirdischen Schlafbau versorgt. Die kleinen Erdmännchen kommen nackt und blind auf die Welt und brauchen in den ersten Wochen eine intensive Versorgung, die abwechselnd von allen Mitgliedern des Familienclans übernommen wird, wenn das Muttertier mal unterwegs ist. Es gibt aber noch eine andere wichtige Funktion in der Sippe, nämlich die Wächterfunktion. Feinde, wie Schlangen, Schakale, Katzen und Greifvögel gibt es in den offenen Landschaften der Kalahari oder Namib zahlreich, und selbst bei uns im Zoo ist ein Wachposten abgestellt, denn Greifvögel fliegen auch bei hier am Himmel. Manchmal wird ein niedrig fliegendes Flugzeug für eine Gefahr gehalten und deshalb der Warnruf abgegeben. Dann flüchten sich alle in die sicheren unterirdischen Gänge. Der Wachposten sorgt nicht nur für eine generelle Sicherheit, sondern lässt auch alle unbeschwert auf Nahrungssuche gehen - Insekten, Spinnen, Geckos und Würmer werden bevorzugt, nur ab und zu kommen Früchte und etwas Gemüse auf den Tisch. Das Miteinander der Tiere lässt sich ebenfalls beim gemeinsamen Sonnenbad oder beim Kuscheln unter der Rotlichtlampe, die die Pfleger installiert haben, wenn die Temperaturen allzu sehr in den Keller gehen, gut beobachten. Da möchte ich mich manchmal dazugesellen, denn auch ein Marketinglama braucht seine Streicheleinheiten. Aber leider lassen sie mich nicht ins Revier, sie haben Angst um ihre mühsam ausgebuddelten Höhlen und Gänge. Da bleibt mir der Anblick dieser putzigen Gesellen, genau wie Ihnen, nur von außerhalb des Geheges.

Ihr Horst

 

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

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