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Horsts Zoogeflüster: Die Gesundheitspolizei!

Liebe Leser,

ich muss dringend mit einem weit verbreiteten Vorurteil über räuberische Piranhas aufräumen, das ihnen einen schlechten Ruf eingebracht hat: Piranhas spielen für das Ökosystem der tropischen Gewässer in Südamerika eine immense Rolle, indem sie äußerst effektiv Tierkadaver beseitigen und damit schlimme Folgen, wie die Verbreitung von Krankheiten, verhindern. In der Fachwelt und letztendlich auch von den Bewohnern Südamerikas werden sie deshalb als Gesundheitspolizei bezeichnet und geschätzt. Ohne Frage sieht das natürliche Fressverhalten der Schwarmfische nicht besonders appetitlich aus. Wenn sich 50 Fische gleichzeitig nach einer langen Futterpause auf einen Kadaver stürzen und diesen mit ihren scharfen Zähnen in Nullkommanichts verspeisen, bietet sich ein Schauspiel, das eher abstoßend und gruselig wirkt. Aber fressen und gefressen werden gehören nun mal zusammen. Allerdings ernähren sich die Piranhas nicht ausschließlich von Kadavern. Insekten, Fische, Weichtiere und Pflanzen zählen ebenso zu ihrem Nahrungsspektrum. Bei uns im Zoo Leipzig füttern unsere Tierpfleger seit einigen Wochen unsere Roten Piranhas extra für die Besucher - immer donnerstags und samstags um 12 Uhr. Und ich muss Ihnen sagen, die Schaufütterung hat mich begeistert. Vor allem, wenn im Hintergrund die Riesenotter in ihrem Becken hin- und herschwimmen und genauso etwas vom Fressen abhaben möchten. Da weiß man gar nicht, auf wen man den Fokus richten soll: Auf die Piranhas, die versuchen, das große dargebotene Fischstück zu genießen, wenn man überhaupt das so nennen kann, oder auf die wild in alle Richtungen schwimmenden Otter im Hintergrund. Für die beiden Hälften meines Gehirns und auch meine Augen stellte das eine echte Herausforderung dar, der ich nicht lange gewachsen war. Spätestens da war dann für mich der Zeitpunkt gekommen, sich zu verabschieden und noch etwas in einem Lexikon über diese Fische zu lesen. Das mutet vielleicht altmodisch an, aber ich liebe nun mal das Papier, den Geruch der bedruckten Seiten und deren Rascheln beim Umblättern. Aus dem Buch erfuhr ich, dass die Piranhas eine Unterfamilie der Sägesalmler sind und diese insgesamt fünf Gattungen mit 36 Arten umfasst. Wir halten eine Art in Gondwanaland, nämlich die Roten Piranhas mit gegenwärtig 12 Individuen. Die bis zu 35 Zentimeter groß werdende Art kommt unter anderem im gesamten Amazonas- und Orinoko-Gebiet vor. Der Nachwuchs, etwa 300 bis 5.000 Eier, wird in einer Laichgrube abgelegt. Nach circa 36 Stunden kommt es zu einem Schlupf von kleinen Larven, die zwischen 1,6 und 2,0 Millimeter lang sind. Das Männchen übernimmt im Durchschnitt sieben Tage lang die Bewachung des Geleges, danach müssen sich die Jungfische allein im Gewässer behaupten. Der Name Roter Piranha kommt von der starken Rotfärbung am Bauch, die einem sofort auffällt. Dennoch vermag das Äußere nicht gerade den Augen zu schmeicheln. Da haben wir im Aquarium ansehnlichere Fische, wie den Kofferfisch oder den Königs-Feenbarsch, die wunderschön anzuschauen sind. Jedoch zählt nicht immer das Äußere, wie ein jeder weiß, sondern auf die inneren Werte kommt es an, um es mal aus dem menschlichen Blickwinkel zu betrachten. Bei den Piranhas liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf dem Vernichten potentieller Krankheitskeime. Nun hoffe ich, dass ich Sie überzeugen konnte, sich nicht immer auf das Hörensagen zu verlassen. Oftmals liegen die guten Dinge im Verborgenen. Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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