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Horsts Zoogeflüster: Die Geistermantis

Liebe Leser,

kuriose Geschöpfe faszinieren mich stets aufs Neue und sind zu meiner Leidenschaft geworden. Vor allem, wenn sie in ihrer vollen Pracht dennoch unscheinbar sind oder zu fantasievollen Vorstellungen verführen. So erging es mir wieder einmal im Neuen Vogelhaus, als ich meine Freundin, die Weißknievogelspinne Berta, besuchen wollte. Dort stolperte ich über einen Namen, den ich zuvor nicht wahrgenommen hatte: Geistermantis. Meine Fantasie war sofort aktiviert und vor meinem geistigen Auge tummelten sich verschiedenste skurrile Wesen. Geistermantis, welch ein geheimnisvolles Wort! Natürlich verschwendete ich keine unnötige Zeit, ließ Berta einfach Berta sein und begab mich auf die Suche nach diesen Wesen, deren Name so vielversprechend klang. Zunächst suchten meine Augen vergeblich die Vitrine ab, erst als sich ein vermeintlich verdorrtes Blatt bewegte, offenbarten sich mir die Geistermantis in voller Gestalt. Die ganze Zeit hingen sie vor meinem Gesicht, nur erahnte ich nicht, dass diese vertrockneten Blätter genau die von mir gesuchten Tiere waren. Ja, der Blattvergleich beschreibt auf eindrückliche Weise das Erscheinungsbild der zu den Fangschrecken zählenden Insekten. Sie sind damit optimal an ihre Umgebung angepasst, und sogar so gut, dass sich bisweilen Artgenossen selbst als potentielle Beute identifizieren und anknabbern. Eine gruselige Vorstellung – Kannibalismus unter uns Tieren. Diese perfekte Anpassung an die Umgebung nennt man übrigens Mimese. Einige Insekten beherrschen diese Art der Tarnung in Perfektion, wie das „Wandelnde Blatt“ oder die Riesengespensterschrecke, die an einem trockenen Ast gewissermaßen unsichtbar wird. Wir halten gegenwärtig 31 junge Geistermantis und jeweils zwei männliche und zwei weibliche erwachsene Tiere, die ursprünglich in Afrika, südlich der Sahara, und auf Madagaskar vorkommen und deshalb am Tage eine Temperatur von 25 bis 30 Grad Celsius mit einer Luftfeuchtigkeit von 50-60 Prozent als Raumklima benötigen. Wie für Fangschrecken üblich, ist das vordere Beinpaar zu Fangbeinen umgebildet. Mit diesen greifen sie aus der Lauerstellung blitzschnell die lokalisierte Beute, zum Beispiel Insekten und Spinnen, die teilweise eine weit größere Körperstatur aufweisen als sie selbst. Der kleinste Vertreter der Fangschrecken, auch als Gottesanbeterin bekannt, weist eine Körperlänge von anderthalb Zentimetern auf. Unsere Exemplare zählen mit ihren vier bis fünf Zentimetern eher zu den kleineren Vertretern, doch die Riesengottesanbeterin gehört mit über 20 Zentimetern zu den größten Fangschrecken. Neben ihrem Tarnvermögen können die Geistermantis ihren dreieckigen Kopf bis zu 180 Grad drehen. Diese Beweglichkeit kommt ihnen beim Beutefang genauso zugute wie die am Kopf sitzenden Antennen mit Punktaugen, die die Helligkeitsunterschiede erfassen. Sie sehen, es gibt viele Strategien und Vorkehrungen, um an die Beute zu kommen. Mal mit besonderer Tarnung, durch listige Varianten des Anschleichens oder wirkungsvoll und geräuschlos mit Gift. Ich hingegen nutze dergleichen nichts. Durch die Liebenswürdigkeit unserer Pfleger erhalte ich mein Futter einfach so. 

Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

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