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Horsts Zoogeflüster: Der Blaue Felsenleguan

Liebe Leser,

auf meiner letzten Runde durch das Terrarium fühlte ich mich mehr als beobachtet! Nicht nur, dass ich vor Hitze fast umkam, auch ein ständiges Unbehagen ließ mich diesen morgendlichen Spaziergang vor der Öffnungszeit nicht genießen. Während meines Plausches mit einem Tierpfleger über die Stinknattern, die wir seit kurzem in der Schau zeigen, hefteten sich permanent zwei Augen auf meinen Körper. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, und ich wendete mich dem Augenpaar, das zu dem Blauen Felsenleguan gehörte, zu. Er hielt nicht lange hinterm Berg mit seiner Beschwerde, dass ich ihn bisher nicht angemessen beachtet hätte. Ich muss gestehen, er hatte recht damit. Aber bei mehr als 4.000 Mitbewohnern kann man nicht immer den Überblick behalten, auch wenn ich mindestens 2.500 Zoobewohner genau kenne – von der Weißknie-Vogelspinne Berta über die Stabheuschrecke Luise bis hin zum Elefantenbullen Voi Nam. Natürlich nahm ich mir die Zeit, unterhielt mich mit dem für mich neuen Bewohner und erfuhr einiges Wissenswertes zu seiner Art, die wir bereits seit dem Jahr 2008 halten. Wie der Name es schon vermuten lässt, gehört er zur Familie der Leguane und kommt an der Südspitze der Baja California vor – von den bei uns im Terrarium des Zoo Leipzig gehalten Artgenossen mal abgesehen. Die tagaktiven Echsen bevorzugen trockene und sehr warme Felsenschluchten. Das kann ich nur bestätigen, denn obwohl es im Terrarium gefühlt mindestens 50 Grad Celsius warm war, saß mein Gesprächspartner noch unter einer Wärmelampe. Die Männchen, und das konnte man in aller Schönheit bewundern, tragen als Grundfarbe blaugrün, dabei ist der Kopf zum Teil blau und die Augen sind rötlich bis orange umrundet. Für einen Farbenliebhaber ein echter Hingucker. Die Weibchen zeigen ebenfalls Mut zur Farbe, aber nur zu bestimmten Anlässen. Sind sie trächtig, färben sich ihre Kehle und Brust rot. Ihre 8 bis 25 Eier vergraben sie in einem langen Sandtunnel, den sie zwischen den Felsen graben. Wir konnten dies erstmals im letzten Jahr beobachten und uns über die ersten kleinen Blauen Felsenleguane freuen. Bis dahin hatte es nie geklappt. Neben der unterschiedlichen Färbung der Geschlechter sind sie auch noch unterschiedlich groß. Die Männchen werden zwischen 35 und 40 Zentimeter lang, die Weibchen sind etwas kleiner. Die geschickten Kletterer, die man nur selten am Boden antrifft, verfügen über eine enorme Sprungkraft, die sie auch bei Gefahr nutzen und sich damit schnell in die nächste Felsenlücke befördern. Dabei können sie aktiv ihren Schwanz abwerfen. Aber da erzähle ich Ihnen ja nichts Neues. Auf den Tisch der Familie Leguan kommen Insekten, Früchte und etwas Grünzeug. Neu und spannend war für mich, als mir der - von mir als Fritzchen benannte - Leguan von der bei dieser Art üblichen Winterruhe berichtete. Das erklärte natürlich einiges, denn ich bevorzuge den Besuch des Terrariums im Winter, wenn es draußen kalt und nass ist. Damit hätten wir den Grund meiner vermeintlichen Missachtung dieser Echsenart. Ich bin jedenfalls mehr als froh, dass Fritzchen die Initiative ergriffen und auf sich aufmerksam gemacht hat. Manchmal muss man aus seiner Haut und Farbe bekennen, auch als Blauer Felsenleguan. Oder was meinen Sie? Ihr Horst

 

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

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