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Horsts Zoogeflüster: Das Farbengeheimnis

Liebe Leser,

Sie wissen, dass mir mein Fell nicht wirklich Wohlbehagen bereitet ob der trostlosen Farbe. Viel lieber würde ich mit einem schwarz-weiß gestreiften, knallroten oder gepunkteten Fell die Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Stattdessen muss ich durchaus neidvoll das Glück der tierischen Bewohner, denen eine bewundernswerte Fell- oder Gefiederfarbe gegeben ist, anerkennen. In meiner Verzweiflung keimte gelegentlich die Idee einer nachträglichen und durch chemische Substanzen vollzogenen Umfärbung in mir auf. Vorzugsweise dann, wenn ich einige Vogelkollegen traf, die in Bezug auf farbliche Vielfalt besonders gesegnet sind. Spontan fällt mir der Rotschopfturako im Vogelhaus ein. Er glänzt mit einem attraktiven grünen Gefieder, das veredelt wird durch rote Haubenfedern mit weißen Spitzen. Und sein gelber Schnabel rundet das farbliche Konzept perfekt ab. Mit großer Freude nehme ich diesen circa 40 Zentimeter großen Mitbewohner auf meinen Rundgängen durch das Vogelhaus wahr. Auch wenn ich ihn mal nicht erspähen sollte, hören kann ich ihn dennoch. Er macht mit langgezogenen Rufen immer auf sich aufmerksam. Die Rufe sind zuweilen so laut, dass die Turakos insgesamt geringschätzig als Lärmvögel bezeichnet werden. Manchmal kann ich das sogar nachvollziehen. Neben den Rotschopfturakos, die wir bereits seit dem Jahr 2004 halten, leben bei uns noch die Hartlaubturakos und die Schildturakos. Alle drei Arten gehören zur Ordnung der Kuckucksvögel, die sich wiederum in die Familien Turako und Kuckuck gliedert. Unsere vier Schildturakos finden Sie in Pongoland. Man erkennt sie an ihrem metallisch blau bis violett glänzenden Gefieder. Ihre Haube schmücken dunkelrote Federn, und im Gegensatz zum Rotschopfturako ist der Schnabel rot gefärbt. Erst Ende Juli gab es oben auf der Empore der Halle Nachwuchs, aber leider ist der Neuzugang noch nicht flügge, und so muss ich auf die ersten Flugrunden noch etwas warten. Ich würde zu gern erfahren, ob die Jungvögel auch schon vom Oberschnabel bis zur Stirn ein Hornschild tragen, oder sich dieser erst im Laufe der Jahre entwickelt. Der Hornschild war übrigens namensgebend. Unsere Hartlaubturakos, die wie die anderen beiden Arten in Afrika zu Hause sind, leben bei uns in Gondwanaland und sind ebenfalls eine Augenweide. Blau und Grün dominieren das Gefieder und nur der Schnabel leuchtet rot. Insgesamt drei Vögel können bei ihrem Flug beobachtet werden. Mein „drittes Auge“ in Gondwanaland, Leguan R01486, hat das Männchen quasi als Subspäher angeheuert, um von oben den Überblick zu behalten. Ganz schön clever ist R01486, oder einfach nur gewitzt. So muss er jedenfalls nicht den gesamten Tag die Augen für mich offenhalten. Alle Turakoarten, also nicht nur unsere, haben eine Gemeinsamkeit: Die beiden Farbstoffe Turacin und Turacoverdin wurden bisher nur bei ihnen gefunden. Turacin ist der kupferhaltige Farbstoff, der bei den Schwungfedern und teilweise den Federhauben die rote bis dunkelrote Färbung verursacht. Für die grüne Farbgebung hingegen sorgt der andere Farbstoff. Dank eines Fachlexikons bin ich endlich hinter das Geheimnis der wundervollen Gefiederfarben gekommen. Warum habe ich das nicht schon viel früher gewusst? Dann hätte ich mich anders ernährt. Produziert werden die Farbstoffe nämlich durch die Mineralien in der pflanzlichen Nahrung, die dann an das Gefieder abgegeben werden. Das wäre meine Chance für eine farbliche Neuorientierung gewesen. Wieder einmal hat sich erwiesen – Lesen bildet! Ihr Horst

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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