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Horsts Zoogeflüster: Baum der Reisenden

Liebe Leser,

Sommerzeit ist Ferienzeit! Unzählige Schüler und baldige Erstklässler treiben sich in der Welt herum und genießen die Freiheit des Nichtstuns, sofern ihre Eltern die Zeit zum Zwecke der geistigen Ertüchtigung nicht für zu viele Ereignisse verplant haben.  Die Kinder lesen Kriminalromane, werden zur Badenixe oder wahlweise zu Poseidon und sie tummeln sich im Zoo Leipzig, wo sie Asien, Afrika und Südamerika inmitten von Leipzig durchstreifen können. Vieles gibt es zu entdecken, und vielleicht haben sie auf ihrer Safari den thematisch passenden Baum für diese Sommerzeit aufgespürt: Den Baum der Reisenden, den es bei uns im Gondwanaland gibt. Der Name, der nicht von ungefähr kommt, lässt mich gedanklich in die Ferne schweifen, wilde Abenteuer erleben, heiße Wüsten durchwandern und im Dschungel den Tigern begegnen. Er weckt Sehnsucht in mir, obwohl ich vor meiner Residenz gleich drei Kontinente habe. Hinter dem Begriff „Baum der Reisenden“, der übrigens zu den Strelitziengewächsen zählt, verbirgt sich allerdings etwas Reales, das zur Namensgebung führte: Die bis zu 30 Meter hoch wachsende Pflanze sammelt am kahnförmigen Grund ihrer Blattstiele Regenwasser. Schlitzt man diese Enden auf, kann der durstige Reisende in der Not das Wasser trinken, denn irgendwann ist auch das beste Regenwasser abgestanden und verunreinigt. Zunächst war dieser besondere Baum nur auf Madagaskar beheimatet, und er gilt heute noch als Wappenbaum der Insel. Inzwischen jedoch ist er weit verbreitet, ob als Zimmerpflanze oder in Botanischen Gärten. Mit seinen auffallend gleichförmig angeordneten Blättern, die einen riesigen Fächer bilden und Schatten bieten, sieht er so dekorativ aus, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die weltweite Verbreitung begann. Außer dem besonderen Wasserreservoir ist auch der explosionsartige Ausstoß des Blütenstaubs interessant. Dieser wird ausgelöst, wenn sich Vögel oder sogar Lemuren am süßen Blütennektar laben und die Blüte dadurch einen Impuls bekommt. Mit Staub beladen fliegen oder hüpfen dann die Nascher von Blüte zu Blüte und bestäuben sie so ganz nebenbei. Eine derartige Explosion konnte ich allerdings bei unseren Exemplaren bisher nicht beobachten, aber wie immer halte ich meine Augen offen, und wer weiß, vielleicht haben ja unsere Feriengäste das Glück, dies zu sehen. Natürlich gedeihen in unserer Tropenhalle weitaus mehr außergewöhnliche Pflanzen, wie der Leberwurstbaum, dessen Früchte aber nicht für die Leberwurstschnittchen taugen, sondern nur in Form und Farbe einer Leberwurst ähneln. Auch der Ameisen- und Zimtbaum oder die Bismarckpalme sind hier zu finden, wobei mich letztere ein wenig an die bekannte Goethe-Palme in Padua erinnert. Aber ich möchte meinen botanischen Blick an dieser Stelle zu Gunsten der eigentlichen Bewohner des Zoos abwenden und noch kurz die zahlreichen Neuankömmlinge hervorheben: Drei Mini-Pustelschweine tummeln sich seit Neuestem in der Gehegesuhle, ein kleiner Großer Mara ist in Südamerika geboren und es gibt es Nachwuchs bei den Zebras – ein Hengstfohlen mischt nun die 11-köpfige Truppe auf … Es wird also nie langweilig bei uns, auch bei dieser Sommerhitze nicht.

Ihr Horst

 

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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