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50 Jahre Zoo-Förderer: Jeder kann mitmachen

Michael Weichert ist das Gesicht des Freundes- und Fördervereins des Zoo Leipzig. Seit seiner Kindheit ist er mit dem Tiergarten an der Pfaffendorfer Straße schon verbunden. Vor mehr als einem Jahr wurde er zum Präsidenten des Vereins gewählt, arbeitet eng mit Zoodirektor Prof. Junhold zusammen und unterstützt in seiner Funktion die Entwicklung des Zoo Leipzig zum Zoo der Zukunft. Im Interview erklärt Michael Weichert: Jeder kann bei uns mitmachen.

 

Sie sind seit 18 Monaten Jahren Präsident des Freundes- und Fördervereins. Wie kam es dazu?

Schon in der Schulzeit besuchten wir als Familie und als Klasse regelmäßig den Zoo. Ich schaute damals gern in meinen Schulatlas und träumte mich mit den Bildern exotischer Zootiere im Kopf in ferne Länder, nach Afrika oder in die Wüste Gobi. Bücher über berühmte Forscher und deren Reisen gehörten neben Karl May zur täglichen Lektüre. Später, sehr viel später konnte ich dann durch meine Stadtratstätigkeit die Entwicklung unseres Zoos begleiten. Im Stadtrat kam es darauf an, den Masterplan "Zoo der Zukunft" auf den Weg zu bringen und den Zoo in eine gemeinnützige GmbH zu überführen. Dadurch wurde ich Mitglied des Aufsichtsrates der Zoo Leipzig GmbH und lernte meinen Amtsvorgänger Siegfried Stauche kennen. Sein Engagemant als Chef des Freundes- und Fördervereins (FFV) hat mich begeistert und wir haben von Anfang an freundschaftlich zusammen gearbeitet. Ende 2009 beendete ich meine Stadtratstätigkeit und schied auch aus dem Aufsichtsrat aus. Um weiter mit dem Zoo verbunden zu bleiben, wurde ich Mitglied im FFV, 2010 in den Vorstand und 2012 als Vizepräsident gewählt. Herr Stauche hat weitsichtige Personalpolitik betrieben und mich in die Aufgabe hineinwachsen lassen. Am 23. April 2014 habe ich das Amt mit den großen Fußabdrücken übernommen. Wir sind weltweit der Freundes- und Förderverein mit der höchsten Pro-Kopf-Spendensumme.

Was zeichnet für Sie den Zoo Leipzig aus?

Ich finde es toll, dass in Zeiten von Klimawandel und Artensterben der Zoo wichtige Aufgaben zum Erhalt bedrohter Tierarten übernimmt. Spitzmaulnashorn, Amurleopard, Tapir oder Okapi sind Beispiele hier bei uns im Zoo. Auch die weltweiten Artenschutzprojekten wie in Cuc Phong (Vietnam), Chile oder auf Borneo sind ein wichtiger Beitrag. Der Zoo in Leipzig vermittelt uns einmalige Einblicke in die Tierwelt anderer Kontinente. Das kennen und lieben zu lernen ist ein weiterer Baustein zum Schutz unserer schönen Erde. Nur was man liebt, schützt und verteidigt man auch!

Für die Leipzigerinnen und Leipziger ist der Zoo ein tolles Paradies inmitten der Stadt. Hier kann man entspannen, sich erholen, lernen, feiern und niemals langweilig Freizeit verbringen. Als Touristenmagnet  wirbt der Zoo für unsere Stadt und leistet einen wichtigen Beitrag bei der Tourismusentwicklung. Die Fernsehserien und der 2. Platz unter den europäischen Zoos unterstreicht das eindrucksvoll.

Im November steht ein Jubiläum an: 50 Jahre Freundes- und Förderverein. Ist das ein Grund zum Feiern?

Natürlich ist das ein Grund! Es gibt wenig Vereine die älter als 25 Jahre sind. In der DDR war es nicht möglich, einfach einen Verein zu gründen. Es gab aber viele Zoofreunde, die sich über regelmäßige Zoobesuche hinaus engagieren wollten. Unter der klugen Anleitung vom damaligen Zoodirektor Prof. Seifert bildete sich eine "Interessengemeinschaft Zoo Leipzig im Kulturbund der DDR", also der Freundeskreis. Dieser entwickelte vielfache Aktivitäten um den Zoo zu fördern und auch um sich "zoologisch" weiter zu bilden. Nach der Friedlichen Revolution war es dann, um Geld zu sammeln, 1992 sinnvoll einen Förderverein zu gründen. 1994 kamen Freundeskreis und Förderverein zusammen. Als Präsidium haben wir das Jubiläumsjahr mit einer Vielfalt von Aktivitäten bisher begangen. Deshalb gibt es allen Grund am 6. November unsere 50 zu feiern!

Können Sie in der 50jährigen Geschichte des Vereins „Epochen“ ausmachen? Und wenn ja, wie würden Sie diese beschreiben?

Ja durchaus. Die ersten 25 Jahre waren geprägt von Bildungsveranstaltungen, Reisen und einem regen Vereinsleben. Geld zu sammeln war kein Thema, dafür aber Stunden leisten, Futter und beispielsweise Baumaterial "zu besorgen" oder "zu organisieren". Seit den 90er Jahren ist das Geld sammeln wichtigster Zweck des Vereins. Wir konnten bei allen wichtigen Bauvorhaben innerhalb des Masterplans einen wichtigen Beitrag leisten. Insgesamt hat der Freundes- und Förderverein mehr als 5 Mio. Euro dem Zoo übergeben. Das geht natürlich nur mit engagierten und begeisterten Vereinsmitgliedern. Deshalb versuchen wir ein interessantes Vereinsleben zu organisieren. Wir stehen mit unseren Ehrenamtlern ganzjährig an Ständen, wir organisieren monatlich interessante Vortragsveranstaltungen, europaweite Studienreisen um andere Zoos zu besuchen und kennenzulernen. Nicht zu vergessen unsere jährliche Weihnachtsfeier und in diesem Jahr die große Geburtstagsparty am 6. November in der Kongresshalle, die extrem schnell ausverkauft war.

Was zeichnet den Verein aus?

Da ist vor allem das Ehrenamt zu nennen. Unsere Mitglieder leben und denken Zoo und engagieren sich in allen Lebenslagen. Ob an Ständen oder auf Reisen, ob bei unseren vielfältigen Veranstaltungen oder in der Gemeinschaft deutscher oder europäischer Zooförderer, ob im Präsidium und Kuratorium oder in unseren Interessengruppen, ob beim Mitglieder oder Tierpaten werben oder Betreuung kranker Zoofreunde, egal: nichts ginge ohne ein vielfältiges bürgerschaftliches ehrenamtliches Engagement! Das ist das Tolle an unserem Verein.

Worin sehen Sie die Hauptaufgaben des FFV?

Die Hauptaufgabe des FFV ist, dem Zoo zusätzliche finanzielle Spielräume zu erschließen. Das erreichen wir durch Mitgliedschaften, Tierpatenschaften, Spenden und Erbschaften. Und: das geht nur durch unsere engagierten Mitglieder. Deswegen ist es mir wichtig, dass es auch ein vielfältiges, buntes und fröhliches Vereinsleben gibt. Ehrenamt muss auch Spaß machen! Im Präsidium legen wir Wert darauf, unsere Mitglieder mit unterschiedlichen Angeboten zu motivieren.

Gibt es Highlights, die Sie aus den vergangenen 50 Jahren herausheben können?

Das Highlight schlechthin war die Übergabe von 250.000 Euro anläßlich des Richtfestes von Gondwanaland in bar. Ja Sie haben richtig gelesen: in Bar! Wir haben in "Olsenbandenmanier" einen silbernen Koffer voller Euroscheine vor laufenden Kameras an den Zoodirektor übergeben. Natürlich unter Kontrolle und Aufsicht der Sicherheitsfirma. Im Rahmen unseres 50. Geburtstages haben wir erneut eine prominente Geldübergabe inszeniert - 350.000 Euro symbolisch mit Schokoladen-Münzen. Ein schöner Augenblick.

Was sind die nächsten Aufgaben?

Wir haben die Mitgliederzahl von 1000 geknackt und wollen das Wachstum nachhaltig gestalten. Wir wollen zusätzlich auch junge Menschen von unserer Arbeit begeistern. Dafür müssen wir noch viel mehr mit den neuen Medien und den sozialen Netzwerken arbeiten. Für Schüler, Azubis und Studenten haben wir den Preis für die Mitgliedschaft halbiert. Und: Natürlich werden wir weiter am "Zoo der Zukunft 2020" mitbauen!

Und wer kann mitmachen?

Es gibt keinerlei Beschränkungen. Vorraussetzung ist allerdings, dass man sich mit den Zielen des Vereins identifiziert.

Was wünschen Sie Ihrem Verein für die nächsten 50 Jahre?

Ich wünsche mir eine weiter so gute Entwicklung bei der Steigerung der Mitgliedszahlen, Tierpatenschaften, Vereinsaktivitäten und Unterstützung für den Zoo wie in letzter Zeit. Auch in den nächsten 50 Jahren freundschaftliche Zusammenarbeit mit unserem Zoo. Und innerhalb der europäischen Zooförderer eine starke Stimme, um Angriffe auf die Existenz von Zoos und ihre wichtigen Aufgaben bei der Erhaltung der Biodiversität erfolgreich abwehren zu können. Zum Freundes- und Förderverein

Aktuelle Hinweise:

Das Aquarium ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Der Safari-Truck ist momentan leider nicht in Betrieb.

Aufgrund von Bauarbeiten am Parkhaus sind die Parkplätze für Menschen mit Behinderung zeitweise nicht verfügbar.

Wir bitten um Verständnis für die Einschränkungen.

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