Aufgehorcht!

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Audiodatei Tyrannosaurus rex

Ein Gipfelräuber der besonderen Art

Tyrannosaurus rex wurde bis zu 12 m lang und bis zu 9 t schwer. Er stand am Ende der Kreidezeit über zwei Millionen Jahre lang an der Spitze der Nahrungskette seines Lebensraums und war eines der größten Landraubtiere der Erde. Fossilien vieler großer Pflanzenfresser dieser Zeit (z. B. Triceratops) weisen verheilte Bissspuren auf, die eindeutig
von T. rex stammen. Wahrscheinlich war der Raubsaurier kein Hetz- sondern eher ein Lauerjäger, wie heutige Tiger oder Leoparden. Lauerjäger schleichen sich an Beute heran
und überwältigen sie möglichst schnell. Tyrannosaurus war zwar überaus wendig, aber nicht besonders schnell. Dafür spricht, dass er trotz der langen, muskulösen Hinterbeine
eine enorme Körpermasse bewegen musste. Seine Höchstgeschwindigkeit war wohl rund 29 km/h. Jüngere und damit leichtere Tiere könnten auch schneller gewesen sein. Manche Forscher vermuten, dass sich erwachsene Tyrannosaurier auch von Aas ernährten.

Großer Schädel … kleine Arme

T. rex besaß mit 1,5 m Länge einen außergewöhnlich großen Schädel und riesige Kiefer. Die gewaltige Kiefermuskulatur entwickelte eine enorme Beißkraft. So wurden die bis zu 18 cm langen Zähne zu einer knochenbrechenden Waffe. Mit ihr konnten große Fleischstücke aus der Beute herausgerissen werden. Der Saurier verschlang seine Nahrung unzerkaut.
Brach einer der Zähne ab, wuchsen ihm regelmäßig neue Zähne nach.
Im Gegensatz zu den muskulösen Beinen wirken die kurzen Arme des T. rex schmächtig. Vermutlich wurden sie zum Festhalten oder Töten von Beute genutzt. Vielleicht waren sie auch im Zusammenhang mit der Paarung von Bedeutung.
Nachgewiesen ist, dass T. rex ein vergleichsweise großes Gehirn besaß und seine Sinne hoch entwickelt waren. Den Sauerstoffbedarf deckte er mit einem ähnlich effektiven Atmungssystem wie die heutigen Vögel, die ja von Dinosauriern abstammen.

Knochenbrecher Tüpfelhyäne

Über 65 Mio. Jahre sind vergangen, seit Tyrannosaurus rex die Knochen seiner Beutetiere zerbrach. Mit ihrem hoch spezialisierten Gebiss können heutzutage Hyänen, wie unsere Tüpfelhyänen, bis an das nahrhafte Mark im Inneren von Knochen gelangen. Dabei entwickeln sie mit 9.000 Newton die höchste Beißkraft aller Säugetiere. Sie verwerten u. a. die knöchernen Reste der Mahlzeiten anderer Beutegreifer und fressen wie Tyrannosaurus auch Aas. Den Großteil ihrer Nahrung erjagen Tüpfelhyänen jedoch einzeln oder auch im Rudel als ausdauernde Hetzjäger.

Schon gewusst?

T. rex hatte luftgefüllte Hohlräume in den Knochen (Pneumatisierungen). Sie sorgten für eine Gewichtsreduktion. Die Leichtbauweise und die Tatsache, dass Dinosauriereier
von schützenden Kalkschalen umgeben waren, sind Belege für die Verwandtschaft von Dinosauriern und Vögeln.


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Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

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