Aufgehorcht!

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Audiodatei Spinosaurus

Schwimmer mit Rückensegel

Spinosaurus war an das Leben im und am Wasser sehr gut angepasst. Sowohl der Hals als auch die Kieferknochen mit den krokodilähnlichen spitzen Zähnen waren deutlich verlängert. Die Nasenlöcher lagen oben. Der lange, seitlich abgeflachte Ruderschwanz sorgte für genügend Vorschub. Damit war Spinosaurus in der Lage Fische und andere
Wassertiere zu erbeuten.

Nach wie vor umstritten ist die Funktion der enorm langen Dornfortsätze der Rückenwirbel. Es ist nicht einmal klar, ob sich dort tatsächlich eine gespannte segelartige oder eine eher breitere buckelartige Struktur entwickelt hatte. Da diesen Bereich des Körpers nur wenige Blutgefäße versorgten, eignete er sich wohl kaum zur Wärmeregulierung. Denkbar ist, dass das „Segel“ dazu diente, Sexualpartner anzulocken oder Konkurrenten und Feinde abzuschrecken. Der Vergleich mit heute lebenden Fächerfischen zeigt, dass eine ähnliche Struktur eine schnelle Schwimmbewegung stabilisiert. Das könnte demnach auch für einen jagenden Spinosaurus zutreffend gewesen sein.

Zu Wasser und zu Land

Der Spinosaurus konnte bis zu 18 m lang werden und erreichte 6 bis 9 t Körpergewicht. Sein langer, krokodilähnlicher Schädel und das bis zu 1,7 m hohe Rückensegel machten ihn zu einer einzigartigen Erscheinung. Er gehörte zusammen mit Giganotosaurus und Tyrannosaurus zu den größten fleischfressenden Dinosauriern, die bisher entdeckt wurden. Heute wird davon ausgegangen, dass sich Spinosaurus in der Nähe von Gewässern aufhielt und dort im flachen Wasser watend Fische und Tiere in Ufernähe erbeutete. Neueste Forschungen an einem Skelett aus Marokko halten darüber hinaus auch ein Leben im tiefen Wasser für möglich.

Gepanzerte Verwandte der Dinosaurier

Krokodile und Alligatoren stammen wie die Dinosaurier von Archosauriern ab. Die Verwandtschaft der Krokodile nahm einen eigenen, erfolgreichen Entwicklungsweg. Seit der Zeit der Dinosaurier hat sich das Aussehen von Krokodilen erstaunlich wenig verändert. Sie legen, wie die Vögel, Eier mit relativ fester Kalkschale. Die Brutdauer ist bei allen Krokodilarten vergleichbar und beträgt etwa drei Monate. Ob ein weibliches oder männliches Krokodil schlüpft, ist allein von der Bruttemperatur abhängig. Sunda-Gaviale legen die größten Eier aller Krokodile. Dazu baut das Weibchen ein Hügelnest aus Pflanzenmaterial, das bewacht wird.
Ob Spinosaurus ebenfalls Nester außerhalb des Wassers baute, ob die Brut bewacht wurde und ob das Geschlecht der Dinosaurier von der Nesttemperatur abhängig war, ist nicht bekannt.

Schon gewusst?

Spinosaurus hatte sehr massive Knochen ohne Markhöhle. Ein schweres Skelett verringert den Auftrieb und erleichtert auch heutigen Wassertieren (z. B. Pinguinen)
das Tauchen.


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Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

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