Aufgehorcht!

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Audiodatei Quetzalcoatlus

Spannweite wie ein Kleinflugzeug

Der Quetzalcoatlus gehörte mit einer Flügelspannweite von über 10 m und seinem riesigen vorn spitz zulaufenden Schädel zu den größten Flugsauriern, die jemals existierten.
Trotz der enormen Größe war er mit etwa 200 kg Körpergewicht relativ leicht. Er lebte in der späten Kreidezeit und starb zusammen mit den Dinosauriern und den meisten der
damaligen Vogelarten vor 66 Mio. Jahren aus. Nachdem sich bereits riesenhafte Fluginsekten entwickelt hatten, waren die Flugsaurier die ersten Wirbeltiere, denen es gelang, den Luftraum zu erobern. Während die Dinosaurier das Festland bevölkerten, beherrschten Flugsaurier mehr als 150 Mio. Jahre den Luftraum. Erst 80 Mio. Jahre nach ihnen stießen auch aus Dinosauriern entstandene Vögel in den Luftraum vor. Noch später, vor etwa 54 Mio. Jahren, entwickelte eine Gruppe von Säugetieren Flugfähigkeit. Das ist die Verwandtschaft der Fledertiere.
Quetzalcoatlus startete allem Anschein nach vom Boden aus, indem er sich mit allen vier Beinen abstieß. Bei entsprechender Thermik schloss sich einem kurzen Schlagflug
der energiesparende Segelflug an. Entscheidend ist die nach oben gewölbte Flügelform, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit den nötigen Auftrieb für das Fliegen erzeugt.

Flughaut der Flugsaurier

Bei den Flugsauriern spannte sich die spezialisierte Flughaut zwischen den Armen mit dem extrem verlängerten vierten Finger über den Körper bis zu den Beinen auf. Die drei
anderen Finger lagen außerhalb der Flughaut und trugen Krallen. Ein fünfter Finger war nicht ausgebildet.

 

 

Vogelflügel

Der Flügelaufbau der Vögel unterscheidet sich gravierend von dem der Flugsaurier und Fledertiere. Dem Oberarm- und den beiden Unterarmknochen folgen stark veränderte Handknochen. Hier werden lediglich zwei Handwurzelknochen und drei Finger ausgebildet. Daumen und kleiner Finger haben jeweils nur noch einen Fingerknochen. Der
größere, mittlere Finger besteht aus zwei Knochen. Die dachziegelartig angeordneten und ineinandergreifenden Federn sorgen für die zum Fliegen notwendige Fläche und Kontur.

Flügel der Fledertiere

Fledertiere haben einen kurzen Daumen mit Krallen. Über die verlängerten Glieder der anderen vier Finger spannt sich die Flughaut. Sie reicht von den Schultern über die Handgelenke bis zu den Beinen. Im Zoo Leipzig wird der Insel- Flugfuchs gehalten. Er hat eine Flügelspannweite von etwa 1,2 m. In hängender Ruheposition legen die Tiere ihre Flügel wie einen schützenden Mantel um sich. Ist es zu warm, nutzen sie sie als Fächer.

Schon gewusst?

Quetzalcoatlus ist nach der Gottheit Quetzalcoatl benannt. Sie wurde von mehreren mesoamerikanischen Kulturen verehrt und meist als gefiederte Schlange dargestellt.


In Kooperation mit

Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

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