Aufgehorcht!

Den folgenden Text können Sie sich auch anhören:

Audiodatei Ornithomimus

Flinker, gefiederter Läufer

Ornithomimus lebte in der späten Kreidezeit im heutigen Nordamerika. Er war etwa 2,5 m hoch, 3,5 bis 4 m lang und hatte ein Körpergewicht von bis zu 200 kg. Damit war er ein
relativ kleiner Saurier. Seine Haut bedeckte ein daunenartiger Federflaum, der wohl dazu diente, die optimale Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Federn mit Schaft an den
Unterarmen könnten für die Balz oder im Zusammenhang mit dem Brüten wichtig gewesen sein. Die schlanken Saurier konnten mit langen Beinen schnell laufen. Der lange
Schwanz half, sich besonders wendig zu bewegen und dabei die Balance zu halten. Wegen der äußerlichen Ähnlichkeit mit heutigen Laufvögeln wurde die Art Ornithomimus
(„Vogelnachahmer“) genannt.

Ein pflanzenfressender Raubsaurier?

Obwohl Ornithomimus verwandtschaftlich zu den Raubsauriern gehört, ernährte er sich wahrscheinlich vielfältig und durchaus auch von Pflanzen und Früchten. Dafür spricht
die gesamte Körperform mit dem zahnlosen Hornschnabel und den relativ stumpfen Krallen an den Händen, die kaum geeignet waren, größere Tiere zu überwältigen. Insekten,
Eidechsen, kleine Säugetiere und Eier kamen als mögliche Beute infrage. Ornithomimus war außerordentlich schnell. Große, seitlich am Kopf sitzende Augen halfen, mögliche
Feinde frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu flüchten.

Wer ahmt wen nach?

Mit ihren muskulösen, langen Beinen, dem langen Hals und dem kleinen Kopf mit den großen Augen erinnert der Saurier an Laufvögel, wie Strauß, Emu und Nandu. Ähnlich ist auch die schützende Körperbedeckung aus einfachen Federn und außerdem der zweibeinige Zehengang, der nicht nur schnelles, sondern auch ausdauerndes Laufen ermöglicht. Ornithomimus heißt zwar „Vogelnachahmer“, doch im eigentlichen Wortsinn konnten diese Dinosaurier selbstverständlich keine Vögel nachahmen. Als sich nämlich die ebenfalls flugunfähigen Laufvögel entwickelten, war Ornithomimus längst ausgestorben.

Schon gewusst?

Für Ornithomimus werden Laufgeschwindigkeiten von ca. 60 km/h vermutet. Der etwas kleinere und leichtere Afrikanische Strauß kann Geschwindigkeiten von über 70 km/h erreichen. Im Verhältnis zu seiner Größe hat er die längsten Beine, mit 5 m die größte Schrittlänge und höchste Schrittfrequenz. Bei gleichmäßigen 60 Stundenkilometern würde er einen olympischen Marathon in 40 Minuten bewältigen.


In Kooperation mit

Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

Bildnachweise – istockphoto.com: e71lena, JohnCarnemolla; Struthiomimus_ROM: Mike Beauregard from Nunavut, Canada