Aufgehorcht!

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Audiodatei Brachiosaurus

Riesiger Pflanzenfresser mit kleinem Kopf

Brachiosaurus lebte vor 156 bis 145 Mio. Jahren, in der Zeit des späten Jura, auf dem Gebiet, das heute Nordamerika umfasst. Er wurde ca. 12 m hoch und ca. 25 m lang. Ein ausgewachsener Brachiosaurus wog bis zu 30 t und war damit etwa so schwer wie sechs erwachsene Asiatische Elefantenbullen. Den auf säulenartigen Beinen ruhenden, gewaltigen Rumpf überragte nach vorn ein enorm langer Hals mit einem nur sehr kleinen Kopf. Wie ein Gegengewicht dazu wirkte der ebenfalls sehr lange Schwanz. Die Vorderbeine waren deutlich länger als die Hinterbeine und gaben dem Saurier seinen Namen Brachiosaurus = „Armechse“. Ähnliche Körperverhältnisse mit langem Hals und abfallender Rückenlinie zeigen heutige Giraffen.

Voller Bauch und hohle Knochen

Brachiosaurier ernährten sich ausschließlich pflanzlich. Die 14 Halswirbel waren von luftgefüllten Hohlräumen durchzogen und deutlich länger als die Wirbel des Rumpfes. Mit dem kleinen Kopf am langen Hals war die Reichweite der Tiere enorm groß. Ohne sich selbst viel fortzubewegen, weideten sie baumhohe Farne und Schachtelhalme sowie Nadelgehölze und Ginkgobäume ihrer Umgebung „rasenmäherartig“ ab. Mit den meißelförmigen Zähnen wurde die Pflanzenkost lediglich abgerupft und sofort unzerkaut abgeschluckt. Die eigentliche Verdauungsarbeit vollbrachten Mikroorganismen in den riesigen Gärkammern des Magen- Darm-Trakts der Dinosaurier. Schätzungen nach musste ein einzelnes Tier täglich 200 kg fressen, um den eigenen Energiebedarf zu decken.

Heutige Giganten mit großem Appetit!

Die größten heute an Land lebenden Tiere sind Elefanten und Giraffen. Obwohl ein afrikanischer Elefantenbulle bis zu 6 t wiegen und ein Giraffenbulle durchaus 6 m Körperhöhe erreichen kann, wirken sie im Vergleich zum Brachiosaurus eher klein. Der Dinosaurier hatte 14, Giraffen und Elefanten haben, wie die anderen Säugetiere auch, sieben Halswirbel.
Das spezialisierte Greiforgan der Elefanten ist der Rüssel, das der Giraffen ist die blaue, bis zu 50 cm lange Zunge, mit der Blätter gezielt abgestreift oder abgepflückt werden. Diese äußerst bewegliche Zunge erweitert den Aktionsradius und die Giraffe gelangt an Nahrung, an die andere Tiere nicht heranreichen. Eine dicke Hornschicht schützt die Zungenspitze vor allem vor Dornen. Die Pflanzenkost wird mit breiten Backenzähnen vor und nach dem Wiederkäuen sorgfältig zermahlen. Das unterstützt die Verdauung, deren Grundlage Gärungsvorgänge von Mikroorganismen im Magen sind.

Schon gewusst?

Das Herz der Giraffe ist mit über 12 kg das schwerste aller heutigen Landtiere. Es pumpt das Blut 2,5 m hoch bis zum Gehirn und ermöglicht eine Fortbewegung
mit bis zu 50 km/h.


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Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

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