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Audiodatei Argentinosaurus

Der größte Dinosaurier

Argentinosaurus könnte das größte Landtier der Erdgeschichte gewesen sein. Das lässt sich jedoch nicht eindeutig belegen, weil im heutigen Argentinien bisher nur ganz wenige fossile Überreste dieser Dinosaurierart gefunden wurden. Sicher ist nur, Argentinosaurus muss riesig gewesen sein. Seine Wirbel hatten einen Durchmesser von annähernd einem halben Meter und Dornfortsätze, die bis zu 1,59 m hoch waren. Das Schienbein wurde rund 1,55 m lang. Im Gegensatz zu ihren Jungtieren dürften ausgewachsene Argentinosaurier, allein wegen ihrer Größe, praktisch keine Feinde gehabt haben. Um die gigantischen Ausmaße zu erreichen und fortpflanzungsfähig zu werden, müssen jugendliche Argentinosaurier pro Jahr mehr als 1.000 kg an Körpermasse zugenommen haben. Vermutet wird, dass die Tiere sehr viele Eier legten und nur wenige Jungtiere wirklich groß wurden.
Der Argentinosaurus lebte vor 100 – 94 Mio. Jahren in der Kreidezeit. Trotz der Ähnlichkeit ist er nie einem Brachiosaurus, Diplodocus oder Brontosaurus begegnet. Denn diese
ebenfalls riesigen Saurier stammen aus dem Jura-Zeitalter und sind damit 50 Mio. Jahre älter.

Leistungsfähige Lungen

Eine Voraussetzung für schnelles Wachstum ist die Versorgung aller Organe und Gewebe mit dem nötigen Sauerstoff. Argentinosaurus und seine großen Verwandten besaßen ein außerordentlich leistungsfähiges Atmungssystem. Ähnlich wie bei Vögeln, durchzog zusätzlich zu den Lungen ein kompliziertes System von Luftsäcken den ganzen Körper bis hinein in die großen Knochen. Durch die besondere Anordnung dieser Hohlräume konnten die Dinosaurier den Sauerstoff sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen aufnehmen. Dieses
Atmungssystem hatte weitere Vorteile: Die luftgefüllten Hohlräume verringerten das Gewicht der Dinosaurier und wirkten wie eine Klimaanlage. Überschüssige Wärme, die in riesigen Gärkammern des Verdauungssystems der Pflanzenfresser entstand, konnte abgegeben werden.

Die größte Echse heute

Die schwersten, heute lebenden Echsen sind mit bis zu 80 kg Gewicht und einer Länge von bis zu 3 m die Komodowarane. Diese Warane sind sogar in der Lage Hirsche und Wildschweine zu erbeuten. Erwachsene Komodowarane haben keine natürlichen Feinde. Ihre Nachkommen schlüpfen, wie die der meisten Kriechtiere, aus Eiern. Die Jungtiere halten sich bevorzugt kletternd im Geäst von Bäumen auf. So werden sie weniger leicht Opfer von Beutegreifern wie Wildschweinen, Greifvögeln, Schlangen oder auch den eigenen großen Artgenossen.

Anders als bei Dinosauriern sind die Beine der Warane seitlich vom Körper abgespreizt. Bei den echten Dinosaurieren befinden sie sich nicht seitlich, sondern direkt unter dem Körper. Komodowarane stammen nicht von Dinosauriern ab. Sie sind auch nicht Überlebende aus der Zeit der Dinosaurier. Als die Komodowarane sich vor ca. 5 Mio. Jahren entwickelten, waren Dinosaurier schon seit über 60 Mio. Jahren ausgestorben.

 

Schon gewusst?

Aufgrund der relativ kleinen Eier musste ein Argentinosaurus nach dem Schlüpfen um rund das 25.000-fache wachsen.


In Kooperation mit

Wissenschaftliche Beratung und didaktische Aufbereitung

Göthe Universität Frankfurt am Main - Abteilung Didaktik der Biowissenschaften

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