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Das Jahr der biologischen Vielfalt 2010

Nachfolgend auf die Initiative "Countdown 2010", die den Verlust der Biodiversität thematisiert hat, haben die Vereinten Nationen (UN) 2010 zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt" erklärt.

Der Zoo Leipzig hat sich an "Countdown 2010" beteiligt und nimmt auch am Jahr der biologischen Vielfalt teil.


Was umfasst der Begriff "biologische Vielfalt" (oder auch: "Biodiversität"):

 Die Vielfalt der Ökosysteme (z.B. Wälder, Trockenrasen, Moore, Seen usw.)

                             

 Die Vielfalt der Arten (z.B. Eiche, Eichhörnchen, Steinpilz oder auch Bakterien)

                             

 Die genetische Vielfalt innerhalb der Arten (die es z.B. der Eiche ermöglicht, sich an unterschiedliche Höhen und Klimasituationen anzupassen).

                             


Biologische Vielfalt ist also die Vielfalt des Lebens und der Lebensprozesse um uns herum.
Sie ist der größte Schatz auf unserer Erde und lebenswichtig auch für uns Menschen!



Angebote des Zoos:

Schulwettbewerb
Der Zoo Leipzig, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt laden alle Leipziger Schulen zu einem Kreativwettbewerb ein. Zahlreiche Sachpreise werden unter den besten Arbeiten ausgegeben.
Alle notwendigen Angaben finden Sie HIER zum Download.

Ausstellung
Seit April 2010 ist eine Ausstellung im Infocontainer am Nashorngehege zu finden, in der Sie mehr zum Thema erfahren können. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ) wird dort als Partner des Zoos teilnehmen und einige seiner aktuellen Projekte zur Erforschung der Artenvielfalt der Regenwälder vorstellen.

Abendveranstaltungen
Am Mittwoch, den 18.08.2010 ab 19.00 Uhr findet in Kooperation mit "Fokus Umwelt" eine Abendveranstaltung zum Thema "Biologische Vielfalt - praktisch umgesetzt" statt. Nach einer Kurzführung zur Baustelle der Tropenhalle Gondwanaland werden in der Zoogastronomie Hacienda Las Casas zwei spannende Kurzvorträge zu aktuellen Artenschutzprojekten des Zoos und aktuellen Forschungsprojekten des UFZ angeboten. 
Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung wird aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl gebeten (0341 / 23 53 631; kubus@lanu.de).


Download/Verlinkung:

Weitere grundlegende Fakten des Bundesumweltministeriums zur Biologischen Vielfalt finden sie HIER zum Download

Zahlreiche weitere Materialien des Bundesumweltministeriums, u.a. Unterrichtshefte für verschiedene Schulstufen, finden Sie auf der HIER verlinkten Seite des BMU 

Eine Broschüre des Welt-Zooverbandes WAZA mit vielen Erläuterungen finden Sie HIER zum Download

Die offizielle (englischsprachige) Website zum Jahr der biologischen Vielfalt finden Sie HIER verlinkt

Video der EAZA anlässlich des Jahres der biologischen Vielfalt HIER verlinkt

 
     
 

Einige Zahlen zur Artenvielfalt:

 Artenzahl: Derzeit sind ca. 1,8 Mio. Arten wissenschaftlich beschrieben und damit dem Menschen bekannt

 Die geschätzte Artenzahl ist weit höher: 14 Mio. Stück könnten es sein

 Dass heißt: derzeit sind nur 13% der Arten dem Menschen überhaupt bekannt!

 Im Jahr 2006 wurden z.B. 2.057 Pflanzen-, 8.995 Insekten- und 486 Fischarten wissenschaftlich neu beschrieben

 Seit 2004 z.B. wurden im Schnitt 13 neue Amphibienarten pro Monat beschrieben

 Die "Rote Liste der Tier- und Pflanzenarten" 2008 beschreibt ca. 45.000 Arten, 38% davon sind in ihrem Überleben bedroht.



Wo gibt es die größten Probleme:

Die Welt-Naturschutzunion (IUCN) hat drei große "Ausrottungskrisen" als Schwerpunkte ihrer Arbeit festgelegt:

 Korallen: Sie sind vor allem durch die Einwirkungen des Klimawandels fast überall gefährdet, der zur Erwärmung der Meere beiträgt, worauf Korallen sehr sensibel reagieren. Die sogenannte "Korallenbleiche" führt dann zum Absterben der Korallen, womit viele andere korallenbewohnende Tierarten ebenfalls ihren Lebensraum verlieren.

 Amphibien: Von den über 6.000 bekannten Amphibienarten sind rund ein Drittel vom Aussterben bedroht, für viele Arten fehlen aber auch genaue Angaben. Neben Lebensraumverlust und Übernutzung als Nahrungsressource gefährdet vor allem ein Hautpilz (Chytrid) viele Amphibienarten mittlerweile fast weltweit.

 Asiatische Säugetiere: In Asien, vor allem Südostasien und China, gibt es seit zwei Jahrzehnten einen massiven Rückgang bei vielen Säugetierarten, vor allem durch Wilderei und Lebensraumverlust hervorgerufen.

 
     
 

Was tun die Zoos zum Erhalt der biologischen Vielfalt?

Die weltweite Gemeinschaft der Zoos hilft auf zwei Arten:

 Die koordinierte Erhaltungszucht bedrohter Arten. Dazu werden Zuchtbücher und Zuchtprogramme geführt, um einen genetisch vielfältigen Bestand der Arten in Menschenhand zu erhalten. Derzeit existieren weltweit 1.440 Zuchtbücher und -programme für 850 verschiedenen Tierarten.

 Die Unterstützung von Artenschutzprojekten in den Verbreitungsgebieten der Tierarten. Dies geschieht in immer stärkerem Maße, wobei, wenn man die Projekte aller Zoos zusammenrechnet, hohe Millionensummen dazu eingesetzt werden. Die Datenbank des Weltzooverbandes WAZA und des Europäischen Zooverbandes EAZA listet über 750 Artenschutzprojekte auf. Dies sind aber bei weitem noch nicht alle weltweit von Zoos betreuten Projekte.

Was tun die Zoos speziell gegen die drei genannten Ausrottungskrisen bei Korallen, Amphibien und asiatischen Säugetieren:

Korallen:
Aquarien und Zoos mit einem Aquarium haben in den letzten Jahren zunehmend die technischen Möglichkeiten genutzt, lebende Korallen zu halten. Dies heißt auch, dass Erfahrungen mit der Zucht gesammelt werden können. Neben anderen wird dazu das Projekt SECORE betrieben, um die komplizierte Korallenzucht zu fördern.

  Korallenbecken im Zoo Leipzig

 

Amphibien:
Weltweit haben sich Zoos 2008 am "Jahr des Frosches" beteiligt und Spenden für Forschung und Schutzprojekte gesammelt. Außerdem wurde die Amphibien-Arche (www.amphibianark.org) gegründet, in der die Zooverbände und die Welt-Naturschutzunion ihre Arbeit koordinieren und z.B. verstärkt in den Zoos bedrohte Amphibienarten züchten. Der Zoo Leipzig fördert seit 2005 Schutzmaßnahmen für den in Chile vorkommenden Nasenfrosch und hat 2009 mit verschiedenen Partnern zusammen in Concepción, Chile, eine Zucht- und Forschungsstation für Nasenfrösch aufgebaut.

  Nasenfrosch in Chile

 

Asiatische Säugetiere:
Viele asiatische Arten werden jetzt schon in Zoos gehalten und gezüchtet. Dies soll weiter ausgebaut werden. Der Zoo Leipzig hat 2009 zusammen mit seinem Partner IZW (Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin) ein Projekt zum Schutz des Sumatra-Nashornes auf Borneo begonnen. Dieses wird als Artenschutzmaßnahme mit der im Bau befindlichen Tropenhalle Gondwanaland verknüpft werden. Zoobesucher können sich dort ab 2011 über den Fortgang des Projektes informieren und durch eine Spende helfen.

  Sumatra-Nashorn im Tabin Wildlife Reserve, Borneo

 
     
 
 

Zoo Leipzig ist Mitglied in

                                             

                                   

 
 
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